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Tierschutz und Artenschutz im Rahmen eines ökologischen Weltbildes Über unsere Ethik im Umgang mit den Tieren; über Jagd, Tierhaltung und die Pelzbranche (Autor: Hans Arp)

Der Humanist Albert Schweitzer sagt:

"Die Vorstellung, leben zu können, ohne anderes Leben zu beeinträchtigen oder zu töten ist keine Lösung für unserer moralisches Dilemma, sondern der Versuch, so zu tun, als gebe es das Problem überhaupt nicht." "Die Notwendigkeit, Leben zu vernichten, ist mir auferlegt: Ich verfolge das Mäuschen, das in meinem Haus lebt; ich töte die Insekten, die sich unter meinem Dach ansiedeln wollen; ich muss Milliarden Bakterien umbringen, die mein Leben bedrohen. Um mich zu ernähren, bleibt mir nichts anderes übrig, als auf Tiere und Pflanzen zurückzugreifen." (aus "Die Tierwelt" von A Schweitzer)

Ich halte ein ökologisches Weltbild für naiv und zum Scheitern verurteilt, welches den mächtigsten, einflussreichsten Faktor in der lebenden Natur, nämlich den Mensch wie eine außerirdische Spezies betrachtet, so, als gebe es eine Koexistenz von Natur und menschlicher Zivilisation. Mensch und Tier bewohnen den  selben Lebensraum, dessen Ressourcen begrenzt sind, da die Erde nun einmal rund ist. Diese Erkenntnis wird durch die städtisch künstliche Lebensweise konterkariert. "Die Natur lässt sich durchaus ohne den Menschen vorstellen aber der Mensch nicht ohne die Natur." (Horst Stern) So richtig diese Aussage auch ist, so sehr sollten wir uns im Interesse unseres Überlebens nicht ohne oder mit der Natur, sondern einfach nur als ein Teil der Natur betrachten. So gesehen ist auch Manhattan Natur. Was sollte es auch sonst sein? Auch eine hochentwickelte, infrastrukturell perfektionierte Millionenstadt ist kein autonomes exclusiv dem Menschen gehörendes Ökosystem.  Nur dass den Menschen durch ihre urbane Lebensweise der Bezug, bzw. die Erkenntnis, dass auch sie dem Willen der Natur unterliegen und ausschließlich von natürlichen Ressourcen leben sehr erschwert wird. Statt dessen herrscht ein naives Naturbild vor, bei einigen einhergehend mit einer moralischen Aversion gegen das Unverfälschte, wie z. B. Pelz, oder die natürlichste, ursprünglichste Art von Naturnutzung, nämlich die Jagd. Für die obige künstliche Lebensweise findet die eigentliche Ausbeutung und Vergewaltigung der Natur statt. Man braucht eben Sündenböcke, um sich von dieser Erkenntnis abzulenken.

Seit Charles Darwin wissen wir, dass der Mensch in zoologischer und biologischer Hinsicht ein Ergebnis der Evolution als ein Abzweiger der Menschenaffen ist. Nach neueren Erkenntnissen sind wir aber auch den Carnivoren (Fleischfressern)gleichermaßen verwandt. So lässt es sich auch in Carl von Linné's Binärer Nomenklatur, der Aufteilung aller Lebewesen in Gattungen und Arten nachvollziehen. Nicht der Mensch sondern die Natur bzw. die Evolution hat den Menschen an die Spitze der Evolution gestellt. Wie andere Arten können auch die Menschen nur von natürlichen Ressourcen leben und mussten und müssen sich gegen natürliche Feinde zur Wehr setzen.

Der natürliche Respekt und die Scheu wildlebender Tiere, welche dem Menschen körperlich weit überlegen sind, resultiert aus deren tradierter Erfahrungen, welche diese mit menschlichen Jägern gemacht haben. Ansonsten würden z. B. Wildschweine bei uns selbst in den Städten dominant die Menschen beherrschen; Einige Berliner, die in der Nähe der großen Stadtwälder wohnen, in denen kaum gejagd wird, können davon einiges berichten. Löwen, Leoparden, Bären, Tiger und Wölfe etc. wären in ihren Nahrungsgewohnheiten längst auf den Menschen umgestiegen, als eine verglichen mit Hirschen oder Antilopen unglaublich leichte Beute. Wer glaubt, dass solche fleischfressenden durch ein starkes Dominanzverhalten geprägten Tiere für den Menschen vollkommen harmlos sind, irrt sich. Der berühmte Grizzlybeobachter und -fotograf Timothy Treadwell und seine Freundin wurden von Grizzlys getötet. Ebenso erging es seinen berühmten japanischen Kollegen Michio Hishino auf der Kamtschtka - Halbinsel. Er wurde nachts von einem Grizzly aus seinem Zelt gerissen und weitgehend aufgefressen. Beide hielten Grizzli's für harmlose Wesen. Ich erinnere mich noch an einen authentischen Roman, welchen ich in meiner Jugend verschlang, von einem Löwen der über 260 Menschen in Afrika tötete und über seinen ruhmreichen Erleger, der ihn daran hinderte, damit fortzufahren. Ebenfalls kürzlich las ich über sich häufende tödliche Angriffe von Leoparden auf Menschen, vorwiegend Kinder in Indien, in einem Nationalparkgebiet, in welchen die Vorstädte praktisch übergangslos in die natürlichen Reviere der Leoparden hinein gebaut wurden.  Wir können uns jedenfalls sicher sein, dass in der Steinzeit die Menschen vor den Bären weggelaufen sind. Wenn das heute umgekehrt ist und ein 800kg-Grizzly vor jedem Spaziergänger Reißaus nimmt, sofern die Distanz bei dessen Wahrnehmung nicht zu gering ist und den Angriffsreflex statt des Fluchtreflexes auslöst, dann hat dies ausschließlich etwas mit der Erfindung des Schießgewehres zu tun und nichts mit der dem Grizzly furchteinflößenden Imposanz der menschlichen Erscheinung. Es gibt eben Tierarten, deren einziger natürlicher Feind der Mensch ist.

Der Mensch gehört übrigens auch dazu. Ob es so sein muss, dass der Mensch sich selbst als natürlichen Feind braucht, ist eine andere Frage. Wir müssen glauben, dass es nicht mehr so zu sein braucht, also dass Kriege aus ökologischer Sicht überflüssig geworden sind, da der Mensch als einzige Art zu reflektiertem Denken und Handeln fähig ist und sich in seiner Vermehrungsrate selbst disziplinieren und kontrollieren kann. Es mag auch Ansichtssache sein, ob der Mensch sich freiwillig durch konsequente Nichtbejagung von Löwen, Wölfen, Bären etc. wieder unterhalb dieser Arten in die natürliche Nahrungskette eingliedert. Was der Mensch sonst noch ist, also außer einem natürlichen Regulator in der Natur und was ihn sehr stark von anderen Säugetieren unterscheidet, also Musik, Philosophie, Kunst, Literatur etc., kann er mit Sicherheit nur sein, indem er seiner irdisch tierischen Basis gerecht wird und von dem Recht, das mit uns und allen anderen Geschöpfen geboren wird, vom Naturrecht Gebrauch macht. Leider ist es nur den griechischen Göttern vergönnt, von Luft und Liebe zu leben, frei von den Fesseln der Vergänglichkeit und eines körperlich irdischen Existenzkampfes. Der Mensch ist auch kein Fremdkörper in der Natur, keine Spezies, die von bösen Marsmenschen auf der paradiesisch friedlichen Erde ausgesetzt wurde, um diese zu zerstören. Zumindest könnten die schwarzen Wolken von Wanderheuschrecken (schon in der Bibel als eine der sieben Heimsuchungen bezeichnet), welche gerade wieder einmal die gesamte Ernte in Nord- und Westafrika zu zerstören drohen einem genauso erscheinen. Der Mensch ist wie die Heuschrecken auch ein Teil bzw. ein Ergebnis der Evolution.

Trotzdem hat jeder von uns beim Anblick einer Plattenhochhaussiedlung (von C.Lorenz: trefflich als "Zweckmenschbatterien" bezeichnet) oder beim Anblick eines kahlen Ackers oder einer Autobahn durch schöne Natur oder auch eines Tiertransportes bei glühender Hitze schon einmal gedacht: Menschen sind Parasiten. Vielleicht hat auch jeder von uns beim Anblick einer Kathedrale, eines Kunstwerkes, oder der von Menschen kultivierten Landschaft der Toscana, beim Lesen und Hören von Musik oder Literatur schon einmal gedacht: Der Mensch ist die Krone der Schöpfung. In der Ethik des sozialen Umgangs mit einander stehen sich die Extreme gleichermaßen gegenüber. Menschen als Bestien und Menschen als Heilige. Sicherlich ist beides richtig. Der Mensch als göttliche Idee, als Summe seiner potentiellen Möglichkeiten ist die Krone der Schöpfung auf Erden. Keine andere Spezies kann allerdings vor dem von ihr selbst geschaffenen Anspruch so weit abstürzen, so sehr scheitern wie der Mensch.  Warum sollte ein Leopard, ein Vogel oder ein Delphin anders sein als er ist. Die Natur und die Evolution hat sie bereits vollkommen hervorgebracht in ihrer Art. Dafür bewundern und lieben wir die Tiere. Etwas Zerbrechlicheres, Unentwickelteres als der Mensch wird auf Erden nicht geboren. Alles was der Mensch der übrigen Natur entgegenzusetzen hat, ist seine überragende Intelligenz, durch die er sich erst all die Mittel, Dinge und Methoden erschaffen hat, durch die er überlebt und lebt, all das, was Tiere in ihrer natürlichen Vollkommenheit zum Leben nicht brauchen.

In der Evolution ist die menschliche Intelligenz und das was sie hervorbringt nichts anderes, als unser Überlebensprinzip, so wie beim Igel die Stacheln, bei der Schlange das Gift und beim Gepard die Schnelligkeit. Im gesamten ökologischen Zusammenhang besteht ein großes Problem unserer Zeit letztlich darin, dass der Mensch genetisch betrachtet wahrscheinlich hinter der künstlichen, auf dem Genius einiger Weniger beruhenden technischen Revolution um einige tausend Jahre zurückgeblieben ist. Der technische Fortschritt ist nicht das Problem - er könnte eher ein Segen sein, sondern die unkultivierte Art, damit umzugehen. Man könnte sagen, die Menschheit droht sich und die Schöpfung mit der selbstgeschaffen Effizienz zugrunde zu richten.

Wodurch verschafft sich die Menschheit die Möglichkeit, kein Parasit auf dem blauen Planeten zu sein ?: Durch die Fähigkeit zu reflektiertem Denken, uns selbst zu hinterfragen und zu betrachten und dadurch zu dem zu gelangen, was wir Vernunft nennen, die wie Mephisto im Faust sagt höchste Kraft im Menschen. Die Philosophie ist der höchste Ausdruck dieser Fähigkeit. Nicht durch Autos, Waffen, Werkzeuge und Computer überwinden wir die irdischen Fesseln der Vergänglichkeit und eines profanen Existenzkampfes (wo findet er profaner statt als auf der Straße ?), sondern durch die Frage nach dem Sinn. Natürlich denken auch Tiere auf primitiverer Stufe, aber wir können wohl davon ausgehen, dass sie zu reflektiertem Denken kaum fähig sind. Erst dadurch werden wir , frei nach Sophie Amundsen und ihrem Lehrer in dem Roman von Jostein Gaardner "Sophie's Welt" vom nackten Affen zum Menschen, d.h. durch den Respekt und die, egal ob eher scholastisch oder religiös motivierte Auseinandersetzung mit dem, was uns erschaffen hat, ob wir es nun Natur, Evolution, Liebe oder Gott nennen.

Gegenstand der christlichen Gottesverehrung ist vor allem der Mensch und nicht die Tiere und die übrige Natur. Aus der Bibel, Genesis 1/25 + 26: Gott machte alle Arten von Tieren des Feldes, alle Arten von Vieh und alle Arten von Kriechtieren auf dem Erdboden. Gott sah, dass es gut war. 26. Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh und über alle Arten von Kriechtieren auf dem Erdboden" Als Gott dann sah, dass die Menschen sich auf Erden nicht gerade göttlich aufführten, brachte er die Sintflut über sie und ließ Noach wenigsten alle Tierarten retten. (Genesis 7) Buch der Weisheit Salomo 9: Gott der Vater und Herr des Erbarmens, du hast das All durch dein Wort gemacht. Den Menschen hast Du durch Deine Weisheit erschaffen, damit er über deine Geschöpfe herrscht. Er soll die Welt in Heiligkeit und Gerechtigkeit leiten und Gericht halten in rechter Gesinnung. In der Bibel gibt es nicht gerade viele Textstellen, die für einen heute zeitgemäßen Tierschutz eine Basis abgeben könnten. Im Gegenteil: Das Alte Testament fordert Juden und Christen geradezu auf, sich das übrige Leben auf der Erde, insbesondere die Tiere zu unterwerfen und nutzbar zu machen. Das eher abfällige gebräuchliche Wort "Vieh" wird schon in biblischen Texten benutzt. Vielleicht brauchen Christen dieses Wort, um ihren Schuldkomplex gegenüber den Tieren zu kompensieren. Auch werden Gott zu Ehren viele rituelle Tieropfer in der Bibel zelebriert. Trotzdem kann man wohl auch insbesondere aus der Geschichte der Arche Noach eine hohe Verantwortung des Menschen für die Tiere aus der Bibel herleiten. Das der Tierschutz erst sehr spät in der Menschheitsgeschichte zu einem Thema wurde, hat sehr viel damit zu tun, dass es den Menschen erst spät durch die technische Revolution, sowie wissenschaftliche und medizinische Fortschritte gelungen ist, sich aus einem harten Existenzkampf zu befreien. Tendenzweise lässt sich vielleicht sagen: Wo es den Menschen besser geht, geht es auch den Tieren wieder besser. Ein anderes Verhältnis zur Natur und den Tieren hatten die Indianer in Nordamerika. Ihre ganze Gottesverehrung richtete sich nicht auf den Menschen, sondern auf die sie umgebende Natur, weswegen sie auch vollkommen frei von irgendwelchen Schuldkomplexen von und mit den Tieren leben konnten, als Jäger und Sammler. Ich möchte deshalb aus der beeindruckenden Rede des Häuptling Seattle dem Häuptling der Duwamish Indianer an den Präsidenten der Vereinigten Staaten und den Gouverneur von Washington aus dem Jahr 1855 einige Passagen vorlesen.

Zur Jagd

An den Anfang möchte ich ein Zitat aus der Enzyklopädie "Über die Jagd" des spanischen Schriftstellers und Philosophen Ortega y Gasset (selbst Jäger) stellen, in welchem er die Jagd auf eine prägnante Weise auch als ein atavistisches Vergnügen beschreibt: Jagd als Flucht aus der Gegenwart Und das ist es nun, warum Sie jagen. Wenn Sie die ärgerliche Gegenwart satt haben, wenn Sie es müde sind, ganz 20. Jahrhundert zu sein, dann nehmen Sie die Flinte, pfeifen Ihrem Hund, gehen in den Wald und geben sich einfach für ein paar Stunden oder ein paar Tage dem Vergnügen hin, Steinzeitmensch zu sein. Und das selbe konnten die Menschen aller Zeiten tun, ohne größeren Unterschied als den der Waffe, die sie gebrauchten. Immer stand es ihnen frei, aus der Gegenwart zu flüchten zu dieser ersten Form, Mensch zu sein, die als die erste noch keine historische Voraussetzung hat. Mit ihr beginnt erst die Geschichte. Vor ihr gibt es nur das, was sich nicht verändert: das Dauernde, die Natur. Der natürliche Mensch ist immer da, unter der Oberfläche des wandelbaren historischen Menschen. Wir rufen ihn und er kommt -ein bisschen schläfrig, steif, ohne Form-; aber schließlich und endlich immer noch lebendig. Der Ausdruck Steinzeitmensch ist bedauerlich. Er bezeichnet eine gewisse Gestalt menschlichen Lebens nach dem Werkzeug, dass sie gebrauchte und das dank seiner materiellen Dauerhaftigkeit auf uns überkommen ist. Die erst im Entstehen befindliche Wissenschaft der Vorgeschichte, ist an die überaus spärlichen Daten gebunden, die sie über die Ursprünge der Menschheit besitzt. Von jenen ersten Existenzen besitzt sie fast nur Dinge und ist gezwungen, die Lebensformen nach der Form der Gegenstände zu ordnen, die sie gebrauchten, oder, was noch unsinniger ist, nach dem verschiedenen Material: Stein, Kupfer, Bronze, Eisen. Aber es ist klar, dass eine Form der Menschheit sich nur nach ihren Beschäftigungen richtig bezeichnen lässt, und vor allem nach der zentralen Beschäftigung, die alle übrigen organisiert und regelt. So ist die wahre Bedeutung des Begriffes "Altsteinzeitmensch sein" einfach "Jäger sein". Das war das Wesentliche seiner Situation und nicht, dass er mit mehr oder weniger bearbeitetem Stein jagte. Damals war Leben soviel wie Jagen. Später haben unzählige Menschen gejagt, aber keiner ist mehr von Grund auf, d. h. ausschließlich Jäger geworden. Dagegen konnte jeder, mit mehr oder weniger großen Schwierigkeiten sein tatsächliches und eigentliches Sein für einige Zeit ausschalten und sich während dieser Zeit dem "Jäger sein" in partibus infidelium widmen (lat. "im Gebiet der Ungläubigen", gemeint ist wohl "außerhalb der christl. Zivilisation) . Ich finde keinen passenderen Ausdruck für die eigenartige Situation des historischen Menschen, z. B. des gegenwärtigen, wenn er sich damit befasst zu jagen. Wie ist ein so gewaltiger Anachronismus möglich ? Wir wundern uns nicht genügend über das Besondere, das dieser Möglichkeit eigen ist. Vielleicht, weil wir in einer irrigen Nachlässigkeit davon ausgehen, es sei ein Leichtes für uns, irgendeine vergangene Form der Existenz zu verwirklichen. Dem ist nicht so. Das Ergebnis eines solchen Versuches ist nur eine Fiktion, eine Farce. Aber beim Jagen gelingt es dem Menschen wirklich, die ganze historische Entwicklung zu annulieren, sich von der Gegenwart frei zu machen und die ursprüngliche Situation wieder herzustellen. Damit das Jagen möglich sei, ist allerdings eine künstliche Vorbereitung notwendig. Sogar der Staat muss eingreifen, die Gehege schützen und die Schonzeit festsetzen, ohne die es kein Wild gäbe. Aber verwechseln wir nicht das Künstliche mit der Fiktion: was an der Jagd künstlich ist, geht dem Jagen selbst voraus und bleibt außerhalb. Wenn sich der Mensch von heute innerhalb dieses Bereichs von Bedingungen, die das Künstliche geschaffen hat, anschickt zu jagen, so ist das, was er tut keine Fiktion, keine Farce; es ist im wesentlichen dasselbe, was der Mensch der Altsteinzeit tat. Der einzige Unterschied, der zweifellos entscheidend ist, besteht darin, dass für diesen das Jagen der Schwerpunkt seines ganzen Lebens war, während es sich für den heutigen Jäger nur um ein vorübergehende Entspannung und gleichsam eine Parenthese (griech. Einfügung, Einschub) in seinem eigenem Leben handelt. Aber dieses andere Wesen, dass die Parenthese ausfüllt, ist auch nicht unecht. Darauf beruht die Doppelseitigkeit der Situation, die es so erschwert, sie zu beschreiben. Der Jäger ist gleichzeitig der Mensch von heute und der von vor 10.000 Jahren. Beim Jäger rollt sich der lange, lange Prozess der Weltgeschichte auf und beißt sich in den Schwanz. Zitat Ende. Die ehrlichste Antwort, die ich mir auf die Frage: "Warum bin ich Jäger?", denken kann ist: Weil es mir Freude macht, Jäger zu sein oder auch, weil ich ein Steinzeitmensch bin, der nun in einer hochentwickelten Zivilisation, die Dank des Genius einiger Weniger auf uns überkommen ist, leben muss. Genetisch betrachtet sind wir immer noch Steinzeitmenschen. Sicherlich ist das, was man Jagdtrieb oder Jagdfieber nennt und was nur nachempfinden kann, wer mit der Jagd in Berührung gekommen ist, ein rudimentärer Instinkt in uns, der auch durch 2000 Jahre Zivilisation noch nicht kastriert wurde und in uns nur geweckt zu werden braucht, um sich von Neuem zu entfalten. Die Jagd durch einen verklemmten Schuldkomplex ihrer Jagdfreuden, Traditionen und Rituale zu berauben und auf die profane Zweckmäßigkeit eines ökologisch notwendigen Auftrags zu beschränken, wäre nach meiner Auffassung lebensfeindlich und verneinend. Jedem Tier gestehen wir zu, bei der Jagd emotional engagiert zu sein. Im Folgenden geht es allerdings um die ökologische Bedeutung der Jagd durch den Menschen. Jagd ist ein ökologischer Prozess, welcher die einzelnen Glieder der Nahrungskette des Ökosystems mit einander verbindet und darüber hinaus das Ausleseprinzip und das Gleichgewicht zwischen den Arten bewirkt. Der Artenschutz steht nicht im Widerspruch zur Jagd, sondern ist sogar eines der Ziele einer richtig verstandenen Jadgausübung. Das Bild vom Jäger und der Jagd vor allem bei Städtern und anderen Menschen, die diesbezüglich über keinen empirischen Horizont verfügen, ist geprägt von sehr alten Klischees. Beispiele: Jäger haben den letzen Wolf in Deutschland oder den letzten Bären in Bayern erlegt. Jäger rotten ihre Konkurrenten aus, nur um des eigenen Jagdvergnügens Willen und vertreiben erholungssuchende Nichtjäger aus dem gleichen Grund aus der Natur. Wenn ich an bestimmte, nämlich die pervertiertesten Formen der Jagt denke, z. B. die Aufzucht von Fasanen nur zu dem Zweck, sie auf gesellschaftlichen Pflichtveranstaltungen gewisser Kreise auf Treibjagden wieder abzuschießen, dann kann ich solche Standpunkte gegen die Jägerschaft gut nachvollziehen. Etwas anderes ist es, wenn die Jäger in Eigeninitiative Biotope pflegen und anlegen und dadurch eine höhere Population nicht nur des jagdbaren Niederwildes erreichen. Es ist sicherlich richtig: Der letzte Braunbär wurde vor etwa 160 Jahren in Bayern von einem Jäger erlegt, aber der einzige Grund dafür, dass Bär und Wolf heute in fast allen Teilen Deutschlands nicht mehr leben und - noch wichtiger zu sagen ist, nicht mehr leben könnten ist die menschliche Zivilisation, welche die Natur radikal verändert hat durch Ackerbau, Viehzucht und andere Formen von Monokultur; eine Zivilisation, welche unsere Natur durch Autobahnen und Bundesstraßen in kleine Parzellen zerstückelt hat. In den Kulminationspunkten dieser Zivilisation, den Städten hält sich denn auch am hartnäckigsten das Bild vom bösen Jäger. Wesentliche Wiederansiedlungen, wie z. B. des Luchses im Hundsrück oder im Bayrischen Wald, sowie des Uhu's, also typischer sogenannter Konkurrenten des Jägers wurden von den Landesjagdverbänden unterstützt. In vielen Jagdrevieren in Deutschland wird freiwillig auf die Niederwildjagd oder auf Niederwildtreibjagden weitgehend verzichtet. Der heutige Jäger hat eine sehr schwere Aufgabe, nämlich zu vermitteln zwischen den Interessen einer hochanspruchsvollen und bequemen Zivilisation und deren gleichzeitigem Anspruch in dieser durch sie radikal veränderten Natur das ökologische Gleichgewicht innerhalb der freilebenden Fauna aber auch zwischen Fauna und Flora zu erhalten. Schließlich haften die Jäger für landwirtschaftliche Schäden und stehen ebenso für Verbissschäden im Wald in der Verantwortung. Dabei ist das Ziel zeitgemäßer Jagd in Deutschland die Erhaltung einer möglichst großen Artenvielfalt und nicht die Ausrottung bestimmter Arten. Angesichts der geringen Größe der Biotope und einer teilweise fehlenden Vernetzung derselben können sensible, kulturflüchtende Arten gegen andere kulturfolgende Arten, wie z.B. Rotfuchs und Steinmarder nur unterliegen, deren gezielte, den jeweiligen Gegebenheiten rücksichtsvoll angepasste Bejagung durch die Jäger angebracht ist. Natürlich wird nicht jeder Jäger diesem idealtypischen Bild gerecht. Tierschutzgedanken finden im deutschen Jagdrecht und in der Fallenfangverordnung in erschöpfendem Maße Anwendung. So gesehen sind Jäger, die im Sommer auf Jungfüchse oder eine säugende Fähe schießen, wohl als Ausnahme zu betrachten. Es gibt keinen Grund, dass die Jäger bei der Erfüllung ihres Auftrages irgendeinen Unterschied, als auch bei den Jagdmethoden- und regeln ethische Unterschiede machen zwischen Rehen, Hirschen, Wildschwein, Füchsen, Mardern, Hasen usw.. Der Fuchs ist ein wunderschönes, faszinierendes Tier und ein wichtiges Glied im Kreislauf unserer Natur. Für die natürliche Auslese und somit die Gesunderhaltung kleinerer Säugetierarten unserer Natur, die Dezimierung von Ratten und Mäusen ist er unerlässlich und weitaus effektiver als jeder menschliche Jäger. In der Umgebung meines Wohnortes gibt es eine Damwildpopulation von über 150 Stück. Ohne einen jährlichen Abschuss von 40 bis 60 Stück, lässt sich die Vermehrungsquote nicht kompensieren, zumal dort kein Fallwild durch den Straßenverkehr anfällt. Nun könnte man statt der Bejagung durch Jäger auch Wölfe aussetzen. Dazu ist SH allerdings ein viel zu dicht besiedelter Raum mit zu vielen Straßen. Die Zahl der tötlichen Autounfälle würde durch die Hetzjagd der Wölfe drastisch ansteigen. In der Oberlausitz hat sich der fast überall geschützte europäische Wolf wieder mit einigen Familien angesiedelt. Dies ist eine der dünst besiedelten Regionen Deutschlands. Wenn sich die Wölfe dank totaler Schonung weiter in dichter besiedelte Regionen hinein ausbreiten, ist der Konflikt mit den Vieh- und Schafhaltern vorprogrammiert. Es ist an sich eine faszinierende und Mut machende Tatsache, das sich der Wolf von selbst wieder in Deutschland ansiedelt, aber irgendwann wird der Mensch den Bestand wieder regulieren müssen, was jetzt kaum jemand wahr haben möchte. Das ist verständlich, denn in früheren Jahrhunderten wurde der Wolf aufgrund des Mythos vom bösen Wolf nicht bejagt sondern bekämpft und in vielen Regionen Europas ausgerottet, in denen er auch heute noch leben könnte und teilweise Dank erneuter Aussetzung auch wieder lebt. Vielleicht kennen sie die schaurige Geschichte von Hermann Hesse von der Erlegung des letzten Wolfes in den Pyrenäen. Kein Mensch kann sich der ganzen Solidarität mit dem edlen, schönen Tier entziehen, welches von einer verrohten und grausamen Meute des Dorfes erschlagen wird. Trotzdem kann man sich vorstellen, dass eine Familie im Mittelalter, deren Schafherde von Wolfsrudeln gerissen wurde, unmittelbar von totaler Verarmung und Hunger bedroht war. Damals wurde der Schaden nämlich nicht vom Staat ersetzt. So ist im Kleinen der Fuchs auch heute noch der Kleinviehdieb Nr. 1, allerdings nur dort, wo die Halter ihre Hühner nicht rechtzeitig in den Stall bringen. Zurück zum Damwild in SH: Landwirtschaft setzt also eine gewisse Bejagung des Wildes voraus, wollte man die freilebenden Tiere nicht durch Zäune ihres natürlichen Lebensraumes berauben. Es sind letztlich die Jäger, die die natürliche Rolle des natürlichen Feindes in einem teilweise hochbesiedelten Land wie Deutschland größtenteils auf vorbildliche Weise einnehmen, und dem Wild mit großer Fairness und Achtung begegnen, den "Schöpfer im Geschöpfe ehren", wie es auch in manchen immer noch gepflegten Ritualen und Traditionen der Jäger zum Ausdruck kommt. Es sind auch die der Landwirtschaft für Wildschäden haftenden Jäger , welche oft in Eigeninitiative Äsungsflächen und Biopope als Ausgleich für die Zeit der kahlen Äcker anlegen, um so das Wild vom Verbiß der Bäume abzulenken und es sind die Jäger, die das meistens von Rasern tot- oder angefahrene Wild von der Straße holen. Sowohl die Elefanten in Afrika, als auch die Robben an manchen Küsten können sich durchaus ihrer eigenen Lebensgrundlagen berauben, würde der Mensch den Bestand nicht von Zeit zu Zeit regulieren. Sofern sich der Mensch wie Häuptling Seattle als ein Teil der Natur betrachtet, ist darin ein ganz natürlicher Vorgang zu sehen. Andernfalls würden Krankheit und Hunger die Population irgendwann dezimieren und auch andere Arten bedrohen. Nicht nur einmal ließ in den letzten Jahrzehnten der im Umgang mit der Natur ansonsten disziplinierte Staat Kanada durch von Flugzeugen abgeworfene, vergiftete Fleischköder Coyoten und leider auch andere Raubtiere in großen Massen töten, da die Coyoten zu einer Plage geworden waren. Ich bin gegen solche undifferenzierten und qualvollen Methoden, zumal das schöne Fell dieser Tiere auf diese Weise auch nicht genutzt werden kann. Eine kontinuierliche und faire Bejagung im Rahmen der strengen Jagd - und Fallenfangvorschriften halte ich für sinnvoller. Neben Deutschland hat Kanada die strengsten Jagd- und Trappingvorschriften.. Ebenso bin ich gegen die vor einiger Zeit durchgeführte Vergiftung der Opossums in Neuseeland. Aber der Staat Neuseeland wusste keinen anderen Weg gegen die epidemische Ausbreitung dieser Art, durch welche die heimischen Wälder zu stark gelitten hatten. Zur Vermeidung der Tollwut wurden in den 60er Jahren in Deutschland Fuchsbaue vergast. Diese Methoden werden glücklicherweise nicht mehr angewandt. Eine kontrollierte Bejagung, als auch die Impfung mit ausgelegten Fleischködern macht drastischere Mittel überflüssig. Die drei nachfolgend genannten in Deutschland ausreichend vorhandenen Pelztiere sind als Kulturfolger zu bezeichnen: 1. Rotfuchs, 2. Steinmarder 3. Bisam Alle drei Arten werden in Deutschland nicht vorwiegend wegen ihres Pelzes gejagd, sondern aus anderen Gründen: Der Fuchs um Seuchen wie Tollwut und Räude einzuschränken und gebietsweise um andere empfindliche Arten zu schützen; ähnliches gilt für den Steinmarder; Die Bisamratte im Rahmen des deutschen Deichschutzes, weswegen die Länder SH, NS und Bayern sogar Prämien bezahlen oder staatliche Bisamjäger beauftragen. Es wäre natürlich unökologisch und eine frevlerische Vergeudung, das schöne Fell dieser Tiere nicht zu nutzen, weswegen ich eine Bejagung nur in der Zeit der Pelzreife, also im Winter für richtig halte, zumal in dieser Zeit auch der Nachwuchs dieser Tiere nicht aufgezogen wird und verwaist zu werden droht.

Zum Tierschutz

Früher gab es nur den Begriff des Tierschutzes. Die Tierschützer haben mit Ihren Kampagnen letztlich das Bewusstsein der Öffentlichkeit sensibilisiert und durch entsprechenden Druck auf die Politiker wesentliche Verbesserungen in der Tierhaltung bewirken können. Tierschutzvereinigungen unterstützen Tierheime und viele notwendige Projekte. Der skandinavische Pelzzüchterverband SAGA ist der weltweit größte Fellproduzent für Nerz und Edelfuchs. Ohne den Druck der zahlreichen Tierschutzvereinigungen hätte sich auch die Pelztierhaltung nicht verbessert, deren Standards heute in Skandinavien und Nordamerika regelmäßig von Veterinären überprüft wird. Die Nerzzucht begann im Ursprung damit, dass die Fischer einige Nerze in Gehegen hielten und mit ihren Fischabfällen fütterten. Auch heute werden die Abfälle der fisch- und fleischverarbeitenden Branchen auf diese weise reciecled. Die wohlhabende Massengesellschaft, in der jeder für sich sein Himmelreich haben möchte, bringt eben auch Massenexzesse im Umgang mit der Natur und den Tieren hervor. Die schlimmste dies betreffende Katastrophe der Nachkriegszeit ist wohl die BSE-Krise, angesichts derer sich die Frage stellt, ob es überhaupt eine gesellschaftliche Ethik gegenüber von Nutztieren gibt. Als der Nerzpelz nicht mehr mondäner Luxus der oberen Zehntausend war, sondern vor allem von den Kaufhäusern in Massen vermarktet wurde, wuchs die Nerzproduktion auf ein Mehrfaches an. Die Massennachfrage forderte ihren Tribut, zumal es damals noch keine einheitlichen Standards für die Pelztierhaltung gab. Es ist verständlich, das die Tierschützer damals mit Vehemenz auf den Plan gerufen waren. Das Freilassen von Tausenden Tieren in manchen Farmen war allerdings außer einer kriminellen Handlung gegenüber dem Farmer eher ein Akt der Tierquälerei, da die meisten dieser seit Langem domestizierten Tiere elendig in der Natur verhungert sind. Mit solchen Aktivitäten haben die seriösen Tierschützer nichts zu tun. Auch heute gibt es im Tierschutz noch vieles zu verbessern, vor allem dann, wenn man die Problematik europa- bzw. weltweit betrachtet, was angebracht ist.  Der Begriff Tierrechtler ist nach meiner Auffassung absurd. Alle Rechte, die Tiere jemals haben und wahrnehmen können, sind Ihnen bereits von der Natur gegeben worden. Es sind die Gesetze der Natur. Da der Mensch die Natur und sich selbst nicht erschaffen hat, kann er mit Bewusstsein außer für sich selbst auch nicht zum Gesetzgeber werden. Tiere können nämlich weder lesen noch schreiben und sie haben mit irgendwelchen menschlichen Gesetzen nichts zu tun. Sie haben auch noch nie einen der selbsternannten Tierrechtler beauftragt, sie zu vertreten. Der Begriff "Tierrechtler" ist daher in sich debil und nach den Gesetzen kausaler Vernunft ad absurdum zu führen.  Was Tiere brauchen, sind selbstverständlich vernünftige Tierschutzgesetze, also Gesetze welche den Menschen disziplinieren und eine gesellschaftliche Verhaltensethik gegenüber Tieren, welche die Gesetze, die ja nur soweit sie eingehalten werden etwas nützen, weitgehend überflüssig macht. Nach meiner Meinung sollte ein domestiziertes Tier vor dem Gesetz einen anderen Status haben, als den einer Sache, wie es bisher der Fall ist. Ich meine damit, dass sich unsere Rechte an etwas Lebendigem, dass wir besitzen von den Rechten an besessenen Gegenständen grundsätzlich unterscheiden müssen. Aber was nützen Gesetze, wo nicht das Gewissen regiert?. Meines Erachtens kann unsere Ethik gegenüber den tierischen Mitgeschöpfen nur im Rahmen eines gereiften ökologischen Weltbildes funktionieren. Die Kluft zwischen gegen tierisches Leid abgestumpfter Ignoranz bei manchen gewerblichen Tierhaltern einerseits und einem naiven, verplüschten und vermenschlichenden Verhältnis zu der eigenen Katze oder dem eigenen Hund andererseits ist immer noch groß. Insbesondere Katzen und Hunde werden oft nicht artgerecht gehalten. Dort wo Katzen artgerecht gehalten werden, also im Freien wird ihre Vermehrung meistens nicht kontrolliert. Ich weiß aus eigener Anschauung, dass eine artgerecht gehaltene Katze sich in ihren Jagdgewohnheiten durchaus nicht auf Mäuse beschränkt, sondern auch Junghasen, Eichhörnchen, Fasanhennen samt ihrem Nachwuchs, Ringelnattern und Vögel fängt, ohne sich davon ernähren zu müssen, wie der Fuchs. Die alleinige Verantwortung dafür trägt nach meiner Auffassung der Tierhalter, welcher die Katze ja nicht um ihrer selbst Willen hält, sondern für das eigene Seelenheil und die eigene Unterhaltung. Junge Katzen zu ersäufen oder zu erschlagen, statt sie zu sterilisieren, empfinde ich es als einen Akt der Barbarei. Ebenso ist es eine undankbare, aber ökologisch unerlässliche Aufgabe für die Jäger, die überzähligen, meist verwahrlosten Katzen zum Schutze der freien Fauna abzuschießen. Insbesondere das städtische Leben, als auch der wahrlose Umgang mancher Medien mit emotionalen Effekten bringt eine starke Entfremdung von der Natur und das Fehlen eines ökologischen Weltbildes in der Gesellschaft mit sich. Vakuumverpacktes Fleisch oder Würstchen stellen keine Assoziation mehr zu einem Tier her, ebenso wie Leder, zwar auch die Haut von einem Tier ist, aber keiner daran denkt. Anders ist es bei Pelzen. Das Material ist praktisch unverfälscht, so wie es gewachsen ist verarbeitet. Kein Wunder, dass der auf emotionalen Populismus ausgerichtete Teil der Tierschutzszene die Pelzbranche zum Sündenbock der letzten Jahrzehnte auserkoren hat, als einen relativ kleinen, verglichen mit anderen Tiere nutzenden Branchen, eher unbedeutenden Wirtschaftszweig. Durch das Fehlen einer starken Lobby in einem stark lobbyistisch dominierten Land wie Deutschland, eignete sich die Pelzbranche ideal als Prellbock für die Imagepflege von Prominenten und Politikern. Wie es teilweise um die sogenannte Tierrechtlerszene in Deutschland bestellt ist, möchte ich im Folgenden anreißen, wodurch ich sie auf keinen Fall abhalten möchte, sinnvolle und seriöse Tierschutzprojekte und - maßnahmen zu unterstützen. 1. Kammer des Landgerichts München: Wolfgang Ulrich, Veruntreuung von Spendengeldern DTHW (Deutsches Tierhilfswerk) . Dies war der größte Veruntreuungsskandal einer karikativen Einrichtung der deutschen Nachkriegsgeschichte. 2. Die PeTa als weltweit größte Tierrechtlerorganisation, welche von vielen Prominenten unterstützt wird, viel auf durch den Grillhähnchen - KZ Häftlinge Vergleich, einer zynischen, nicht zu überbietenden Pietätlosigkeit. Bildervergleiche: a) links: ausgemergelter KZ-Häftling - rechts: eine abgemagerte Kuh b) links: ermordete Menschen - rechts: tote Schweine Die latente Gewaltbereitschaft und die äußerst radikalen, menschenfeindlichen Ansichten dieser Organisation lassen deren Glaubwürdigkeit bereits an der Frage nach ihrer Demokratiefähigkeit scheitern. Sie kennen die PeTa vielleicht durch einige Zeitungsberichte über Nackedeis bei sommerlichen Temperaturen in Fußgängerzonen ("lieber nackt. als einen Pelz")

Zur Pelzbranche

Etwa 90 % aller anfallenden Tierhäute werden zu Leder verarbeitet: also zu Lederbekleidung, Ledermöbeln, Portmonais, der Bespannung sämtlicher Schlaginstrumente, Motorradkleidung, Ledertaschen, Lederschuhen etc. Etwa 10 % werden als Pelz verarbeitet. 50 - 60 % der als Pelz verarbeiteten Felle stammen aus Pelzzuchten, schließt man die großen Persianerherden in SWAfrika, Kasachstan, Afghanistan etc mit ein, also die natürlichste, extensivste Tierhaltung der Welt. Es gibt in diesen Steppen kaum Zäune und auf ein Schaf kommen etwa 12 ha Land. Vor allem gibt es in diesen lebensfeindlichen Steppen für die Menschen keine anderen Erwerbsmöglichkeiten. Bezüglich des verbleibenden Anteils an Wildfellen sollte man bedenken, dass gerade die letzten Naturvölker der Erde auf einen gewissen Erwerb aus dem Verkauf von Fellen angewiesen sind, um ihr bescheidenes Leben im Einklang mit der Natur leben zu können. Dies gilt insbesondere für die Eskimos und die Trapper Nordamerikas (zu über 50% indianischer Abstammung) Der Unterschied zwischen den Naturvölkern und der technisch zivilisierten Welt besteht aus ökologischer Sicht darin, dass sie sich der Natur unterordnen bzw. sich diese durch ein überkommenes Wissen zunutze machen und sich als einen Teil von ihr betrachten und nicht als etwas, das neben der Natur existiert. Sie leben von dem, was die Natur hervorbringt, ohne die Natur zu verändern, so, wie es unsere Urahnen auch taten, als sie noch Jäger und Sammler waren. In der leider weitgehend zerstörten Kultur der Indianer waren Ökonomie und Ökologie das Gleiche. In der zivilisierten Welt fallen diese Begriffe weit aus einander. Die Welt aus ökologischer Sicht besser zu machen, heißt, diese beiden Aspekte unseres Handelns einander wieder näher zu bringen und eine größere Harmonie zwischen Menschenwelt und der übrigen Natur herzustellen. Wir können nicht mehr zum Jäger und Sammler Dasein zurückkehren, aber wir können jede Art von Erwerb, also menschlicher Existenzbegründung auf den Prüfstand nehmen hinsichtlich ihrer ökologischen Verträglichkeit. Zurück zu den Trappern: Wer in Nordamerika eine Fanglizenz erwerben will, muss das strenge Trapper Education Program mit anschließender Prüfung durchlaufen. Jeder Trapper bekommt ein sehr großes Gebiet mit jeweils zwei Trails (d.h. Fangstrecken) zugewiesen und ist nach den kanadischen Gesetzen verpflichtet die Fallenjagd auch auszuüben. Bei zwei Verstößen gegen die sehr strengen Fangvorschriften, verliert der Trapper seine Lizenz. Die Einhaltung der Vorschriften wird von dem mit polizeilichen Befugnissen ausgestatteten kanadischen Fish and Wildlife Department streng kontrolliert. Schon seit längerer Zeit dürfen auch in Deutschland nur unversehrt oder sofort tötende, vom TÜV überprüfte Fallen benutzt werden, bei entsprechender Ausbildung der Jäger. Greenpeace stellte bereits 1985 seine Kampagne gegen die Robbenjagd ein, aus Rücksicht auf die Eskimos und die Indianer Nordamerikas. Zitat Bryn Jones (Greenpeace-Delegierter): " Wir haben mehr und mehr erkannt, dass unsere hier geführte Kampagne die Lebensweise der Menschen in entlegenen Teilen der Welt bedroht, von der wir bisher wenig verstehen. ..... " Heute dürfen bestimmte Robben wieder gehandelt werden. Die Robbe spielt derzeit im deutschen Pelzhandel keine Rolle und wird vorwiegend bejagd, um die Fischbestände und die Fischereiwirtschaft zu schonen als auch um Seuchen, wie die, vor einigen Jahren an der deutschen Nordseeküste zu vermeiden. Ökologie ist auch die Lehre von den Zusammenhängen und Kreisläufen in der Natur. Man kann die Einzelheiten nur im Kontext dieser Zusammenhänge richtig betrachten. Aus ökologischer Sich sollte man grundsätzlich jedem auf natürliche Weise regenerierbaren und reproduzierbaren Produkt, also Naturprodukten den Vorzug geben, zumal diese nach Ablauf ihrer Nutzungsmöglichkeit wieder in den Naturkreislauf zugeführt werden können. Ich unterhielt mich einmal mit einem Vegetarier, der meinte, er sei ein ökologisch unbedenklicher Mensch, nur weil er auf Fleisch und Tierhautprodukte verzichte. Ich entgegnete, dass er eher dann ein ökologisch unbedenklicher Mensch sei, wenn er auf synthetische Jacken und Schuhe, vor allem auf Gorotex und auf sein Auto verzichte und sich im Winter warm anzieht (z.B. mit einem Pelz), statt Öl zu verheizen. Synthetische Bekleidung, vor allem Gorotex verrottet praktisch nicht und die Herstellung belastet die Umwelt. Die dabei anfallende Dünnsäure wird häufig illegal auf hoher See verklappt. Außerdem finde ich eher Argumente, die das Gegenteil beweisen.: Vegetarier aus vermeintlich ökologischen und nicht ernährungsbedingten Gründen sollten nämlich bedenken, dass Wiesen und Weiden den gesündesten, in Flora und Fauna artenreichsten Teil unserer Landschaft ausmachen. Sollen diese Flächen nun auch in Ackerland verwandelt werden, weil es kein Vieh mehr gibt ? Milch kann der Bauer auch nicht mehr anbieten, wenn er statt auch das Fleisch und die Haut der Kuh zu verkaufen, den Kadaver des Tieres vom Abdecker entsorgen lassen müsste. Jedenfalls würde ein Liter Milch dann vielleicht 5 Euro kosten. Joghurt und Käse wären nur noch etwas für Reiche. Ebenso kann niemand Schafe nur wegen ihrer Wolle halten. Sollen wir auf all diese Naturprodukte verzichten ? Und wie wollen eigentlich Vegetarier ihre Nahrung vor den Tieren und Insekten schützen, außer durch Jagd, Insektizide und Zäune?

Zum Artenschutz:

Nach Angaben der Umweltbehörde International Union of Nature and Natural Resources sind derzeit viele tausend Arten von Wirbeltieren (also einschl. Fische) weltweit bedroht. Schließt man die wirbellosen Spezies mit ein, so erhöht sich die Zahl auf über eine halbe Million. Unter den bedrohten Arten befindet sich kaum von der Pelzbranche genutzte Art, was nicht heißen soll, dass es keine von der Jagd bedrohten Pelztierarten gibt, wie zum Beispiel den sibirischen Tiger, den bengalischen Tiger und den Schneeleopard. Dies hat mit der Pelzbranche gar nichts zu tun, sondern mit einer in meinen Augen dekadenten und abwegigen Abart von Jagdtourismus und großen Naturzerstörungen im Zuge des Pipelinebaues. Die letzten beiden ausgestorbenen Pelztierarten, der Falklandwolf und das amerikanische Seewiesel sind bereits vor ca 160 Jahren ausgestorben. 1973 trafen sich die Vertreter aus über 80 Ländern und beschlossen das Washingtoner Artenschutzabkommen. Alle in Liste I des Abkommens aufgeführten Tier- und Pflanzenarten dürfen von den Mitgliedsstaaten nicht im- oder exportiert werden. Überwacht wird das Abkommen von den jeweiligen Zollbehörden. Liste II des WA beinhaltet die Arten, welche als bedingt gefährdet gelten und nur kontingentiert mit einer Zollgenehmigung ex- und importiert werden dürfen, so z.B. der kanadische Luchs in Kanada. Inzwischen weiß man, dass die Population der Luchskatzen in nicht unwesentlichem Maß von der Population der Schneehasen abhängt. WA Liste I und II werden ständig überarbeitet und aktualisiert. Damals ging es die Pelzbranche betreffend vor allem um den Schutz der gefleckten Katzenarten, d.h. im Wesentlichen Leopard und Gepard in Afrika und Jaguar und Ozelot in Süd- und Mittelamerika. Insofern manche dieser Arten in einigen Gebieten noch gefährdet sind, so aufgrund der drohenden Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume durch Brandrodung und die vordringende menschliche Zivilisation und nicht durch den natürlichsten, ökologisch unbedenklichsten Erwerb des Menschen, den es noch gibt: nämlich die Jagd. Hierbei ist natürlich zu bedenken, das größere Tierarten, wie Tiger, Nashorn oder Leopard durchaus durch die Bejagung in ihrer Art bedroht sein können. Grundsätzlich wird durch die Jagd in der Natur nichts verändert, im Gegenteil: ihr Erhalt und Schutz ist eine Grundbedingung der Jagd. Die Ozelots in den Urwäldern Süd- und Mittelamerikas waren niemals gefährdet durch die normale Jagd der Indios auf diese Arten. Teilweise jagen sie die Ozelots noch heute, da es zu ihrer jahrtausende alten Tradition gehört. Die Grundvoraussetzung für den Arterhalt der Ozelots ist der Erhalt der tropischen Regenwälder und der wiederum hängt ab von der ökologischen Verträglichkeit der Erwerbstätigkeiten der Menschen, die in diesen Regionen leben. Hier stehen bescheidenes Naturhandwerk, urwaldfreundliche Formen der Agrarwirtschaft und nicht zuletzt die Jäger- und Sammlertätigkeit einerseits und die Bulldozer für den Straßenbau und die Industrie andererseits einander gegenüber. Das Dilemma der großen Natur- und Waldbestände insbesondere der südlichen Hemnisphäre besteht in der vorherrschenden Armut des Volkes und der unheilvollen Verquickung von Industrie und Politik, dem eiskalten Merkantilismus, welcher in diesen Regionen immer noch regiert. Ohne die Unterstützung und den Einfluss der westlichen Welt, wird der Jaguar und der Ozelots aussterben. Da erscheint es eher kontraproduktiv, dass man den Indios einen kontrollierten Handel mit den von Ihnen erbeuteten Fellen nicht zugesteht und es besteht kein nachhaltiger Nutzen darin, dass schon seit 30 Jahren aufgrund des WA keine Felle von diesen Tieren mehr importiert werden. Es gibt nicht wenige Ökologen, die den Erhalt der tropischen Regenwälder auch als eine Grundbedingung für das Überleben des Homo sapiens, des Menschen ansehen.

Wer weiß: Vielleicht gehört ja auch der Mensch auf Liste I oder II des WA.

ZURÜCK ZU TEXTE

Tierschutz und Artenschutz im Rahmen eines ökologischen Weltbildes Über unsere Ethik im Umgang mit den Tieren; über Jagd, Tierhaltung und die Pelzbranche (Autor: Hans Arp)

Der Humanist Albert Schweitzer sagt:

"Die Vorstellung, leben zu können, ohne anderes Leben zu beeinträchtigen oder zu töten ist keine Lösung für unserer moralisches Dilemma, sondern der Versuch, so zu tun, als gebe es das Problem überhaupt nicht." "Die Notwendigkeit, Leben zu vernichten, ist mir auferlegt: Ich verfolge das Mäuschen, das in meinem Haus lebt; ich töte die Insekten, die sich unter meinem Dach ansiedeln wollen; ich muss Milliarden Bakterien umbringen, die mein Leben bedrohen. Um mich zu ernähren, bleibt mir nichts anderes übrig, als auf Tiere und Pflanzen zurückzugreifen." (aus "Die Tierwelt" von A Schweitzer)

Ich halte ein ökologisches Weltbild für naiv und zum Scheitern verurteilt, welches den mächtigsten, einflussreichsten Faktor in der lebenden Natur, nämlich den Mensch wie eine außerirdische Spezies betrachtet, so, als gebe es eine Koexistenz von Natur und menschlicher Zivilisation. Mensch und Tier bewohnen den  selben Lebensraum, dessen Ressourcen begrenzt sind, da die Erde nun einmal rund ist. Diese Erkenntnis wird durch die städtisch künstliche Lebensweise konterkariert. "Die Natur lässt sich durchaus ohne den Menschen vorstellen aber der Mensch nicht ohne die Natur." (Horst Stern) So richtig diese Aussage auch ist, so sehr sollten wir uns im Interesse unseres Überlebens nicht ohne oder mit der Natur, sondern einfach nur als ein Teil der Natur betrachten. So gesehen ist auch Manhattan Natur. Was sollte es auch sonst sein? Auch eine hochentwickelte, infrastrukturell perfektionierte Millionenstadt ist kein autonomes exclusiv dem Menschen gehörendes Ökosystem.  Nur dass den Menschen durch ihre urbane Lebensweise der Bezug, bzw. die Erkenntnis, dass auch sie dem Willen der Natur unterliegen und ausschließlich von natürlichen Ressourcen leben sehr erschwert wird. Statt dessen herrscht ein naives Naturbild vor, bei einigen einhergehend mit einer moralischen Aversion gegen das Unverfälschte, wie z. B. Pelz, oder die natürlichste, ursprünglichste Art von Naturnutzung, nämlich die Jagd. Für die obige künstliche Lebensweise findet die eigentliche Ausbeutung und Vergewaltigung der Natur statt. Man braucht eben Sündenböcke, um sich von dieser Erkenntnis abzulenken.

Seit Charles Darwin wissen wir, dass der Mensch in zoologischer und biologischer Hinsicht ein Ergebnis der Evolution als ein Abzweiger der Menschenaffen ist. Nach neueren Erkenntnissen sind wir aber auch den Carnivoren (Fleischfressern)gleichermaßen verwandt. So lässt es sich auch in Carl von Linné's Binärer Nomenklatur, der Aufteilung aller Lebewesen in Gattungen und Arten nachvollziehen. Nicht der Mensch sondern die Natur bzw. die Evolution hat den Menschen an die Spitze der Evolution gestellt. Wie andere Arten können auch die Menschen nur von natürlichen Ressourcen leben und mussten und müssen sich gegen natürliche Feinde zur Wehr setzen.

Der natürliche Respekt und die Scheu wildlebender Tiere, welche dem Menschen körperlich weit überlegen sind, resultiert aus deren tradierter Erfahrungen, welche diese mit menschlichen Jägern gemacht haben. Ansonsten würden z. B. Wildschweine bei uns selbst in den Städten dominant die Menschen beherrschen; Einige Berliner, die in der Nähe der großen Stadtwälder wohnen, in denen kaum gejagd wird, können davon einiges berichten. Löwen, Leoparden, Bären, Tiger und Wölfe etc. wären in ihren Nahrungsgewohnheiten längst auf den Menschen umgestiegen, als eine verglichen mit Hirschen oder Antilopen unglaublich leichte Beute. Wer glaubt, dass solche fleischfressenden durch ein starkes Dominanzverhalten geprägten Tiere für den Menschen vollkommen harmlos sind, irrt sich. Der berühmte Grizzlybeobachter und -fotograf Timothy Treadwell und seine Freundin wurden von Grizzlys getötet. Ebenso erging es seinen berühmten japanischen Kollegen Michio Hishino auf der Kamtschtka - Halbinsel. Er wurde nachts von einem Grizzly aus seinem Zelt gerissen und weitgehend aufgefressen. Beide hielten Grizzli's für harmlose Wesen. Ich erinnere mich noch an einen authentischen Roman, welchen ich in meiner Jugend verschlang, von einem Löwen der über 260 Menschen in Afrika tötete und über seinen ruhmreichen Erleger, der ihn daran hinderte, damit fortzufahren. Ebenfalls kürzlich las ich über sich häufende tödliche Angriffe von Leoparden auf Menschen, vorwiegend Kinder in Indien, in einem Nationalparkgebiet, in welchen die Vorstädte praktisch übergangslos in die natürlichen Reviere der Leoparden hinein gebaut wurden.  Wir können uns jedenfalls sicher sein, dass in der Steinzeit die Menschen vor den Bären weggelaufen sind. Wenn das heute umgekehrt ist und ein 800kg-Grizzly vor jedem Spaziergänger Reißaus nimmt, sofern die Distanz bei dessen Wahrnehmung nicht zu gering ist und den Angriffsreflex statt des Fluchtreflexes auslöst, dann hat dies ausschließlich etwas mit der Erfindung des Schießgewehres zu tun und nichts mit der dem Grizzly furchteinflößenden Imposanz der menschlichen Erscheinung. Es gibt eben Tierarten, deren einziger natürlicher Feind der Mensch ist.

Der Mensch gehört übrigens auch dazu. Ob es so sein muss, dass der Mensch sich selbst als natürlichen Feind braucht, ist eine andere Frage. Wir müssen glauben, dass es nicht mehr so zu sein braucht, also dass Kriege aus ökologischer Sicht überflüssig geworden sind, da der Mensch als einzige Art zu reflektiertem Denken und Handeln fähig ist und sich in seiner Vermehrungsrate selbst disziplinieren und kontrollieren kann. Es mag auch Ansichtssache sein, ob der Mensch sich freiwillig durch konsequente Nichtbejagung von Löwen, Wölfen, Bären etc. wieder unterhalb dieser Arten in die natürliche Nahrungskette eingliedert. Was der Mensch sonst noch ist, also außer einem natürlichen Regulator in der Natur und was ihn sehr stark von anderen Säugetieren unterscheidet, also Musik, Philosophie, Kunst, Literatur etc., kann er mit Sicherheit nur sein, indem er seiner irdisch tierischen Basis gerecht wird und von dem Recht, das mit uns und allen anderen Geschöpfen geboren wird, vom Naturrecht Gebrauch macht. Leider ist es nur den griechischen Göttern vergönnt, von Luft und Liebe zu leben, frei von den Fesseln der Vergänglichkeit und eines körperlich irdischen Existenzkampfes. Der Mensch ist auch kein Fremdkörper in der Natur, keine Spezies, die von bösen Marsmenschen auf der paradiesisch friedlichen Erde ausgesetzt wurde, um diese zu zerstören. Zumindest könnten die schwarzen Wolken von Wanderheuschrecken (schon in der Bibel als eine der sieben Heimsuchungen bezeichnet), welche gerade wieder einmal die gesamte Ernte in Nord- und Westafrika zu zerstören drohen einem genauso erscheinen. Der Mensch ist wie die Heuschrecken auch ein Teil bzw. ein Ergebnis der Evolution.

Trotzdem hat jeder von uns beim Anblick einer Plattenhochhaussiedlung (von C.Lorenz: trefflich als "Zweckmenschbatterien" bezeichnet) oder beim Anblick eines kahlen Ackers oder einer Autobahn durch schöne Natur oder auch eines Tiertransportes bei glühender Hitze schon einmal gedacht: Menschen sind Parasiten. Vielleicht hat auch jeder von uns beim Anblick einer Kathedrale, eines Kunstwerkes, oder der von Menschen kultivierten Landschaft der Toscana, beim Lesen und Hören von Musik oder Literatur schon einmal gedacht: Der Mensch ist die Krone der Schöpfung. In der Ethik des sozialen Umgangs mit einander stehen sich die Extreme gleichermaßen gegenüber. Menschen als Bestien und Menschen als Heilige. Sicherlich ist beides richtig. Der Mensch als göttliche Idee, als Summe seiner potentiellen Möglichkeiten ist die Krone der Schöpfung auf Erden. Keine andere Spezies kann allerdings vor dem von ihr selbst geschaffenen Anspruch so weit abstürzen, so sehr scheitern wie der Mensch.  Warum sollte ein Leopard, ein Vogel oder ein Delphin anders sein als er ist. Die Natur und die Evolution hat sie bereits vollkommen hervorgebracht in ihrer Art. Dafür bewundern und lieben wir die Tiere. Etwas Zerbrechlicheres, Unentwickelteres als der Mensch wird auf Erden nicht geboren. Alles was der Mensch der übrigen Natur entgegenzusetzen hat, ist seine überragende Intelligenz, durch die er sich erst all die Mittel, Dinge und Methoden erschaffen hat, durch die er überlebt und lebt, all das, was Tiere in ihrer natürlichen Vollkommenheit zum Leben nicht brauchen.

In der Evolution ist die menschliche Intelligenz und das was sie hervorbringt nichts anderes, als unser Überlebensprinzip, so wie beim Igel die Stacheln, bei der Schlange das Gift und beim Gepard die Schnelligkeit. Im gesamten ökologischen Zusammenhang besteht ein großes Problem unserer Zeit letztlich darin, dass der Mensch genetisch betrachtet wahrscheinlich hinter der künstlichen, auf dem Genius einiger Weniger beruhenden technischen Revolution um einige tausend Jahre zurückgeblieben ist. Der technische Fortschritt ist nicht das Problem - er könnte eher ein Segen sein, sondern die unkultivierte Art, damit umzugehen. Man könnte sagen, die Menschheit droht sich und die Schöpfung mit der selbstgeschaffen Effizienz zugrunde zu richten.

Wodurch verschafft sich die Menschheit die Möglichkeit, kein Parasit auf dem blauen Planeten zu sein ?: Durch die Fähigkeit zu reflektiertem Denken, uns selbst zu hinterfragen und zu betrachten und dadurch zu dem zu gelangen, was wir Vernunft nennen, die wie Mephisto im Faust sagt höchste Kraft im Menschen. Die Philosophie ist der höchste Ausdruck dieser Fähigkeit. Nicht durch Autos, Waffen, Werkzeuge und Computer überwinden wir die irdischen Fesseln der Vergänglichkeit und eines profanen Existenzkampfes (wo findet er profaner statt als auf der Straße ?), sondern durch die Frage nach dem Sinn. Natürlich denken auch Tiere auf primitiverer Stufe, aber wir können wohl davon ausgehen, dass sie zu reflektiertem Denken kaum fähig sind. Erst dadurch werden wir , frei nach Sophie Amundsen und ihrem Lehrer in dem Roman von Jostein Gaardner "Sophie's Welt" vom nackten Affen zum Menschen, d.h. durch den Respekt und die, egal ob eher scholastisch oder religiös motivierte Auseinandersetzung mit dem, was uns erschaffen hat, ob wir es nun Natur, Evolution, Liebe oder Gott nennen.

Gegenstand der christlichen Gottesverehrung ist vor allem der Mensch und nicht die Tiere und die übrige Natur. Aus der Bibel, Genesis 1/25 + 26: Gott machte alle Arten von Tieren des Feldes, alle Arten von Vieh und alle Arten von Kriechtieren auf dem Erdboden. Gott sah, dass es gut war. 26. Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh und über alle Arten von Kriechtieren auf dem Erdboden" Als Gott dann sah, dass die Menschen sich auf Erden nicht gerade göttlich aufführten, brachte er die Sintflut über sie und ließ Noach wenigsten alle Tierarten retten. (Genesis 7) Buch der Weisheit Salomo 9: Gott der Vater und Herr des Erbarmens, du hast das All durch dein Wort gemacht. Den Menschen hast Du durch Deine Weisheit erschaffen, damit er über deine Geschöpfe herrscht. Er soll die Welt in Heiligkeit und Gerechtigkeit leiten und Gericht halten in rechter Gesinnung. In der Bibel gibt es nicht gerade viele Textstellen, die für einen heute zeitgemäßen Tierschutz eine Basis abgeben könnten. Im Gegenteil: Das Alte Testament fordert Juden und Christen geradezu auf, sich das übrige Leben auf der Erde, insbesondere die Tiere zu unterwerfen und nutzbar zu machen. Das eher abfällige gebräuchliche Wort "Vieh" wird schon in biblischen Texten benutzt. Vielleicht brauchen Christen dieses Wort, um ihren Schuldkomplex gegenüber den Tieren zu kompensieren. Auch werden Gott zu Ehren viele rituelle Tieropfer in der Bibel zelebriert. Trotzdem kann man wohl auch insbesondere aus der Geschichte der Arche Noach eine hohe Verantwortung des Menschen für die Tiere aus der Bibel herleiten. Das der Tierschutz erst sehr spät in der Menschheitsgeschichte zu einem Thema wurde, hat sehr viel damit zu tun, dass es den Menschen erst spät durch die technische Revolution, sowie wissenschaftliche und medizinische Fortschritte gelungen ist, sich aus einem harten Existenzkampf zu befreien. Tendenzweise lässt sich vielleicht sagen: Wo es den Menschen besser geht, geht es auch den Tieren wieder besser. Ein anderes Verhältnis zur Natur und den Tieren hatten die Indianer in Nordamerika. Ihre ganze Gottesverehrung richtete sich nicht auf den Menschen, sondern auf die sie umgebende Natur, weswegen sie auch vollkommen frei von irgendwelchen Schuldkomplexen von und mit den Tieren leben konnten, als Jäger und Sammler. Ich möchte deshalb aus der beeindruckenden Rede des Häuptling Seattle dem Häuptling der Duwamish Indianer an den Präsidenten der Vereinigten Staaten und den Gouverneur von Washington aus dem Jahr 1855 einige Passagen vorlesen.

Zur Jagd

An den Anfang möchte ich ein Zitat aus der Enzyklopädie "Über die Jagd" des spanischen Schriftstellers und Philosophen Ortega y Gasset (selbst Jäger) stellen, in welchem er die Jagd auf eine prägnante Weise auch als ein atavistisches Vergnügen beschreibt: Jagd als Flucht aus der Gegenwart Und das ist es nun, warum Sie jagen. Wenn Sie die ärgerliche Gegenwart satt haben, wenn Sie es müde sind, ganz 20. Jahrhundert zu sein, dann nehmen Sie die Flinte, pfeifen Ihrem Hund, gehen in den Wald und geben sich einfach für ein paar Stunden oder ein paar Tage dem Vergnügen hin, Steinzeitmensch zu sein. Und das selbe konnten die Menschen aller Zeiten tun, ohne größeren Unterschied als den der Waffe, die sie gebrauchten. Immer stand es ihnen frei, aus der Gegenwart zu flüchten zu dieser ersten Form, Mensch zu sein, die als die erste noch keine historische Voraussetzung hat. Mit ihr beginnt erst die Geschichte. Vor ihr gibt es nur das, was sich nicht verändert: das Dauernde, die Natur. Der natürliche Mensch ist immer da, unter der Oberfläche des wandelbaren historischen Menschen. Wir rufen ihn und er kommt -ein bisschen schläfrig, steif, ohne Form-; aber schließlich und endlich immer noch lebendig. Der Ausdruck Steinzeitmensch ist bedauerlich. Er bezeichnet eine gewisse Gestalt menschlichen Lebens nach dem Werkzeug, dass sie gebrauchte und das dank seiner materiellen Dauerhaftigkeit auf uns überkommen ist. Die erst im Entstehen befindliche Wissenschaft der Vorgeschichte, ist an die überaus spärlichen Daten gebunden, die sie über die Ursprünge der Menschheit besitzt. Von jenen ersten Existenzen besitzt sie fast nur Dinge und ist gezwungen, die Lebensformen nach der Form der Gegenstände zu ordnen, die sie gebrauchten, oder, was noch unsinniger ist, nach dem verschiedenen Material: Stein, Kupfer, Bronze, Eisen. Aber es ist klar, dass eine Form der Menschheit sich nur nach ihren Beschäftigungen richtig bezeichnen lässt, und vor allem nach der zentralen Beschäftigung, die alle übrigen organisiert und regelt. So ist die wahre Bedeutung des Begriffes "Altsteinzeitmensch sein" einfach "Jäger sein". Das war das Wesentliche seiner Situation und nicht, dass er mit mehr oder weniger bearbeitetem Stein jagte. Damals war Leben soviel wie Jagen. Später haben unzählige Menschen gejagt, aber keiner ist mehr von Grund auf, d. h. ausschließlich Jäger geworden. Dagegen konnte jeder, mit mehr oder weniger großen Schwierigkeiten sein tatsächliches und eigentliches Sein für einige Zeit ausschalten und sich während dieser Zeit dem "Jäger sein" in partibus infidelium widmen (lat. "im Gebiet der Ungläubigen", gemeint ist wohl "außerhalb der christl. Zivilisation) . Ich finde keinen passenderen Ausdruck für die eigenartige Situation des historischen Menschen, z. B. des gegenwärtigen, wenn er sich damit befasst zu jagen. Wie ist ein so gewaltiger Anachronismus möglich ? Wir wundern uns nicht genügend über das Besondere, das dieser Möglichkeit eigen ist. Vielleicht, weil wir in einer irrigen Nachlässigkeit davon ausgehen, es sei ein Leichtes für uns, irgendeine vergangene Form der Existenz zu verwirklichen. Dem ist nicht so. Das Ergebnis eines solchen Versuches ist nur eine Fiktion, eine Farce. Aber beim Jagen gelingt es dem Menschen wirklich, die ganze historische Entwicklung zu annulieren, sich von der Gegenwart frei zu machen und die ursprüngliche Situation wieder herzustellen. Damit das Jagen möglich sei, ist allerdings eine künstliche Vorbereitung notwendig. Sogar der Staat muss eingreifen, die Gehege schützen und die Schonzeit festsetzen, ohne die es kein Wild gäbe. Aber verwechseln wir nicht das Künstliche mit der Fiktion: was an der Jagd künstlich ist, geht dem Jagen selbst voraus und bleibt außerhalb. Wenn sich der Mensch von heute innerhalb dieses Bereichs von Bedingungen, die das Künstliche geschaffen hat, anschickt zu jagen, so ist das, was er tut keine Fiktion, keine Farce; es ist im wesentlichen dasselbe, was der Mensch der Altsteinzeit tat. Der einzige Unterschied, der zweifellos entscheidend ist, besteht darin, dass für diesen das Jagen der Schwerpunkt seines ganzen Lebens war, während es sich für den heutigen Jäger nur um ein vorübergehende Entspannung und gleichsam eine Parenthese (griech. Einfügung, Einschub) in seinem eigenem Leben handelt. Aber dieses andere Wesen, dass die Parenthese ausfüllt, ist auch nicht unecht. Darauf beruht die Doppelseitigkeit der Situation, die es so erschwert, sie zu beschreiben. Der Jäger ist gleichzeitig der Mensch von heute und der von vor 10.000 Jahren. Beim Jäger rollt sich der lange, lange Prozess der Weltgeschichte auf und beißt sich in den Schwanz. Zitat Ende. Die ehrlichste Antwort, die ich mir auf die Frage: "Warum bin ich Jäger?", denken kann ist: Weil es mir Freude macht, Jäger zu sein oder auch, weil ich ein Steinzeitmensch bin, der nun in einer hochentwickelten Zivilisation, die Dank des Genius einiger Weniger auf uns überkommen ist, leben muss. Genetisch betrachtet sind wir immer noch Steinzeitmenschen. Sicherlich ist das, was man Jagdtrieb oder Jagdfieber nennt und was nur nachempfinden kann, wer mit der Jagd in Berührung gekommen ist, ein rudimentärer Instinkt in uns, der auch durch 2000 Jahre Zivilisation noch nicht kastriert wurde und in uns nur geweckt zu werden braucht, um sich von Neuem zu entfalten. Die Jagd durch einen verklemmten Schuldkomplex ihrer Jagdfreuden, Traditionen und Rituale zu berauben und auf die profane Zweckmäßigkeit eines ökologisch notwendigen Auftrags zu beschränken, wäre nach meiner Auffassung lebensfeindlich und verneinend. Jedem Tier gestehen wir zu, bei der Jagd emotional engagiert zu sein. Im Folgenden geht es allerdings um die ökologische Bedeutung der Jagd durch den Menschen. Jagd ist ein ökologischer Prozess, welcher die einzelnen Glieder der Nahrungskette des Ökosystems mit einander verbindet und darüber hinaus das Ausleseprinzip und das Gleichgewicht zwischen den Arten bewirkt. Der Artenschutz steht nicht im Widerspruch zur Jagd, sondern ist sogar eines der Ziele einer richtig verstandenen Jadgausübung. Das Bild vom Jäger und der Jagd vor allem bei Städtern und anderen Menschen, die diesbezüglich über keinen empirischen Horizont verfügen, ist geprägt von sehr alten Klischees. Beispiele: Jäger haben den letzen Wolf in Deutschland oder den letzten Bären in Bayern erlegt. Jäger rotten ihre Konkurrenten aus, nur um des eigenen Jagdvergnügens Willen und vertreiben erholungssuchende Nichtjäger aus dem gleichen Grund aus der Natur. Wenn ich an bestimmte, nämlich die pervertiertesten Formen der Jagt denke, z. B. die Aufzucht von Fasanen nur zu dem Zweck, sie auf gesellschaftlichen Pflichtveranstaltungen gewisser Kreise auf Treibjagden wieder abzuschießen, dann kann ich solche Standpunkte gegen die Jägerschaft gut nachvollziehen. Etwas anderes ist es, wenn die Jäger in Eigeninitiative Biotope pflegen und anlegen und dadurch eine höhere Population nicht nur des jagdbaren Niederwildes erreichen. Es ist sicherlich richtig: Der letzte Braunbär wurde vor etwa 160 Jahren in Bayern von einem Jäger erlegt, aber der einzige Grund dafür, dass Bär und Wolf heute in fast allen Teilen Deutschlands nicht mehr leben und - noch wichtiger zu sagen ist, nicht mehr leben könnten ist die menschliche Zivilisation, welche die Natur radikal verändert hat durch Ackerbau, Viehzucht und andere Formen von Monokultur; eine Zivilisation, welche unsere Natur durch Autobahnen und Bundesstraßen in kleine Parzellen zerstückelt hat. In den Kulminationspunkten dieser Zivilisation, den Städten hält sich denn auch am hartnäckigsten das Bild vom bösen Jäger. Wesentliche Wiederansiedlungen, wie z. B. des Luchses im Hundsrück oder im Bayrischen Wald, sowie des Uhu's, also typischer sogenannter Konkurrenten des Jägers wurden von den Landesjagdverbänden unterstützt. In vielen Jagdrevieren in Deutschland wird freiwillig auf die Niederwildjagd oder auf Niederwildtreibjagden weitgehend verzichtet. Der heutige Jäger hat eine sehr schwere Aufgabe, nämlich zu vermitteln zwischen den Interessen einer hochanspruchsvollen und bequemen Zivilisation und deren gleichzeitigem Anspruch in dieser durch sie radikal veränderten Natur das ökologische Gleichgewicht innerhalb der freilebenden Fauna aber auch zwischen Fauna und Flora zu erhalten. Schließlich haften die Jäger für landwirtschaftliche Schäden und stehen ebenso für Verbissschäden im Wald in der Verantwortung. Dabei ist das Ziel zeitgemäßer Jagd in Deutschland die Erhaltung einer möglichst großen Artenvielfalt und nicht die Ausrottung bestimmter Arten. Angesichts der geringen Größe der Biotope und einer teilweise fehlenden Vernetzung derselben können sensible, kulturflüchtende Arten gegen andere kulturfolgende Arten, wie z.B. Rotfuchs und Steinmarder nur unterliegen, deren gezielte, den jeweiligen Gegebenheiten rücksichtsvoll angepasste Bejagung durch die Jäger angebracht ist. Natürlich wird nicht jeder Jäger diesem idealtypischen Bild gerecht. Tierschutzgedanken finden im deutschen Jagdrecht und in der Fallenfangverordnung in erschöpfendem Maße Anwendung. So gesehen sind Jäger, die im Sommer auf Jungfüchse oder eine säugende Fähe schießen, wohl als Ausnahme zu betrachten. Es gibt keinen Grund, dass die Jäger bei der Erfüllung ihres Auftrages irgendeinen Unterschied, als auch bei den Jagdmethoden- und regeln ethische Unterschiede machen zwischen Rehen, Hirschen, Wildschwein, Füchsen, Mardern, Hasen usw.. Der Fuchs ist ein wunderschönes, faszinierendes Tier und ein wichtiges Glied im Kreislauf unserer Natur. Für die natürliche Auslese und somit die Gesunderhaltung kleinerer Säugetierarten unserer Natur, die Dezimierung von Ratten und Mäusen ist er unerlässlich und weitaus effektiver als jeder menschliche Jäger. In der Umgebung meines Wohnortes gibt es eine Damwildpopulation von über 150 Stück. Ohne einen jährlichen Abschuss von 40 bis 60 Stück, lässt sich die Vermehrungsquote nicht kompensieren, zumal dort kein Fallwild durch den Straßenverkehr anfällt. Nun könnte man statt der Bejagung durch Jäger auch Wölfe aussetzen. Dazu ist SH allerdings ein viel zu dicht besiedelter Raum mit zu vielen Straßen. Die Zahl der tötlichen Autounfälle würde durch die Hetzjagd der Wölfe drastisch ansteigen. In der Oberlausitz hat sich der fast überall geschützte europäische Wolf wieder mit einigen Familien angesiedelt. Dies ist eine der dünst besiedelten Regionen Deutschlands. Wenn sich die Wölfe dank totaler Schonung weiter in dichter besiedelte Regionen hinein ausbreiten, ist der Konflikt mit den Vieh- und Schafhaltern vorprogrammiert. Es ist an sich eine faszinierende und Mut machende Tatsache, das sich der Wolf von selbst wieder in Deutschland ansiedelt, aber irgendwann wird der Mensch den Bestand wieder regulieren müssen, was jetzt kaum jemand wahr haben möchte. Das ist verständlich, denn in früheren Jahrhunderten wurde der Wolf aufgrund des Mythos vom bösen Wolf nicht bejagt sondern bekämpft und in vielen Regionen Europas ausgerottet, in denen er auch heute noch leben könnte und teilweise Dank erneuter Aussetzung auch wieder lebt. Vielleicht kennen sie die schaurige Geschichte von Hermann Hesse von der Erlegung des letzten Wolfes in den Pyrenäen. Kein Mensch kann sich der ganzen Solidarität mit dem edlen, schönen Tier entziehen, welches von einer verrohten und grausamen Meute des Dorfes erschlagen wird. Trotzdem kann man sich vorstellen, dass eine Familie im Mittelalter, deren Schafherde von Wolfsrudeln gerissen wurde, unmittelbar von totaler Verarmung und Hunger bedroht war. Damals wurde der Schaden nämlich nicht vom Staat ersetzt. So ist im Kleinen der Fuchs auch heute noch der Kleinviehdieb Nr. 1, allerdings nur dort, wo die Halter ihre Hühner nicht rechtzeitig in den Stall bringen. Zurück zum Damwild in SH: Landwirtschaft setzt also eine gewisse Bejagung des Wildes voraus, wollte man die freilebenden Tiere nicht durch Zäune ihres natürlichen Lebensraumes berauben. Es sind letztlich die Jäger, die die natürliche Rolle des natürlichen Feindes in einem teilweise hochbesiedelten Land wie Deutschland größtenteils auf vorbildliche Weise einnehmen, und dem Wild mit großer Fairness und Achtung begegnen, den "Schöpfer im Geschöpfe ehren", wie es auch in manchen immer noch gepflegten Ritualen und Traditionen der Jäger zum Ausdruck kommt. Es sind auch die der Landwirtschaft für Wildschäden haftenden Jäger , welche oft in Eigeninitiative Äsungsflächen und Biopope als Ausgleich für die Zeit der kahlen Äcker anlegen, um so das Wild vom Verbiß der Bäume abzulenken und es sind die Jäger, die das meistens von Rasern tot- oder angefahrene Wild von der Straße holen. Sowohl die Elefanten in Afrika, als auch die Robben an manchen Küsten können sich durchaus ihrer eigenen Lebensgrundlagen berauben, würde der Mensch den Bestand nicht von Zeit zu Zeit regulieren. Sofern sich der Mensch wie Häuptling Seattle als ein Teil der Natur betrachtet, ist darin ein ganz natürlicher Vorgang zu sehen. Andernfalls würden Krankheit und Hunger die Population irgendwann dezimieren und auch andere Arten bedrohen. Nicht nur einmal ließ in den letzten Jahrzehnten der im Umgang mit der Natur ansonsten disziplinierte Staat Kanada durch von Flugzeugen abgeworfene, vergiftete Fleischköder Coyoten und leider auch andere Raubtiere in großen Massen töten, da die Coyoten zu einer Plage geworden waren. Ich bin gegen solche undifferenzierten und qualvollen Methoden, zumal das schöne Fell dieser Tiere auf diese Weise auch nicht genutzt werden kann. Eine kontinuierliche und faire Bejagung im Rahmen der strengen Jagd - und Fallenfangvorschriften halte ich für sinnvoller. Neben Deutschland hat Kanada die strengsten Jagd- und Trappingvorschriften.. Ebenso bin ich gegen die vor einiger Zeit durchgeführte Vergiftung der Opossums in Neuseeland. Aber der Staat Neuseeland wusste keinen anderen Weg gegen die epidemische Ausbreitung dieser Art, durch welche die heimischen Wälder zu stark gelitten hatten. Zur Vermeidung der Tollwut wurden in den 60er Jahren in Deutschland Fuchsbaue vergast. Diese Methoden werden glücklicherweise nicht mehr angewandt. Eine kontrollierte Bejagung, als auch die Impfung mit ausgelegten Fleischködern macht drastischere Mittel überflüssig. Die drei nachfolgend genannten in Deutschland ausreichend vorhandenen Pelztiere sind als Kulturfolger zu bezeichnen: 1. Rotfuchs, 2. Steinmarder 3. Bisam Alle drei Arten werden in Deutschland nicht vorwiegend wegen ihres Pelzes gejagd, sondern aus anderen Gründen: Der Fuchs um Seuchen wie Tollwut und Räude einzuschränken und gebietsweise um andere empfindliche Arten zu schützen; ähnliches gilt für den Steinmarder; Die Bisamratte im Rahmen des deutschen Deichschutzes, weswegen die Länder SH, NS und Bayern sogar Prämien bezahlen oder staatliche Bisamjäger beauftragen. Es wäre natürlich unökologisch und eine frevlerische Vergeudung, das schöne Fell dieser Tiere nicht zu nutzen, weswegen ich eine Bejagung nur in der Zeit der Pelzreife, also im Winter für richtig halte, zumal in dieser Zeit auch der Nachwuchs dieser Tiere nicht aufgezogen wird und verwaist zu werden droht.

Zum Tierschutz

Früher gab es nur den Begriff des Tierschutzes. Die Tierschützer haben mit Ihren Kampagnen letztlich das Bewusstsein der Öffentlichkeit sensibilisiert und durch entsprechenden Druck auf die Politiker wesentliche Verbesserungen in der Tierhaltung bewirken können. Tierschutzvereinigungen unterstützen Tierheime und viele notwendige Projekte. Der skandinavische Pelzzüchterverband SAGA ist der weltweit größte Fellproduzent für Nerz und Edelfuchs. Ohne den Druck der zahlreichen Tierschutzvereinigungen hätte sich auch die Pelztierhaltung nicht verbessert, deren Standards heute in Skandinavien und Nordamerika regelmäßig von Veterinären überprüft wird. Die Nerzzucht begann im Ursprung damit, dass die Fischer einige Nerze in Gehegen hielten und mit ihren Fischabfällen fütterten. Auch heute werden die Abfälle der fisch- und fleischverarbeitenden Branchen auf diese weise reciecled. Die wohlhabende Massengesellschaft, in der jeder für sich sein Himmelreich haben möchte, bringt eben auch Massenexzesse im Umgang mit der Natur und den Tieren hervor. Die schlimmste dies betreffende Katastrophe der Nachkriegszeit ist wohl die BSE-Krise, angesichts derer sich die Frage stellt, ob es überhaupt eine gesellschaftliche Ethik gegenüber von Nutztieren gibt. Als der Nerzpelz nicht mehr mondäner Luxus der oberen Zehntausend war, sondern vor allem von den Kaufhäusern in Massen vermarktet wurde, wuchs die Nerzproduktion auf ein Mehrfaches an. Die Massennachfrage forderte ihren Tribut, zumal es damals noch keine einheitlichen Standards für die Pelztierhaltung gab. Es ist verständlich, das die Tierschützer damals mit Vehemenz auf den Plan gerufen waren. Das Freilassen von Tausenden Tieren in manchen Farmen war allerdings außer einer kriminellen Handlung gegenüber dem Farmer eher ein Akt der Tierquälerei, da die meisten dieser seit Langem domestizierten Tiere elendig in der Natur verhungert sind. Mit solchen Aktivitäten haben die seriösen Tierschützer nichts zu tun. Auch heute gibt es im Tierschutz noch vieles zu verbessern, vor allem dann, wenn man die Problematik europa- bzw. weltweit betrachtet, was angebracht ist.  Der Begriff Tierrechtler ist nach meiner Auffassung absurd. Alle Rechte, die Tiere jemals haben und wahrnehmen können, sind Ihnen bereits von der Natur gegeben worden. Es sind die Gesetze der Natur. Da der Mensch die Natur und sich selbst nicht erschaffen hat, kann er mit Bewusstsein außer für sich selbst auch nicht zum Gesetzgeber werden. Tiere können nämlich weder lesen noch schreiben und sie haben mit irgendwelchen menschlichen Gesetzen nichts zu tun. Sie haben auch noch nie einen der selbsternannten Tierrechtler beauftragt, sie zu vertreten. Der Begriff "Tierrechtler" ist daher in sich debil und nach den Gesetzen kausaler Vernunft ad absurdum zu führen.  Was Tiere brauchen, sind selbstverständlich vernünftige Tierschutzgesetze, also Gesetze welche den Menschen disziplinieren und eine gesellschaftliche Verhaltensethik gegenüber Tieren, welche die Gesetze, die ja nur soweit sie eingehalten werden etwas nützen, weitgehend überflüssig macht. Nach meiner Meinung sollte ein domestiziertes Tier vor dem Gesetz einen anderen Status haben, als den einer Sache, wie es bisher der Fall ist. Ich meine damit, dass sich unsere Rechte an etwas Lebendigem, dass wir besitzen von den Rechten an besessenen Gegenständen grundsätzlich unterscheiden müssen. Aber was nützen Gesetze, wo nicht das Gewissen regiert?. Meines Erachtens kann unsere Ethik gegenüber den tierischen Mitgeschöpfen nur im Rahmen eines gereiften ökologischen Weltbildes funktionieren. Die Kluft zwischen gegen tierisches Leid abgestumpfter Ignoranz bei manchen gewerblichen Tierhaltern einerseits und einem naiven, verplüschten und vermenschlichenden Verhältnis zu der eigenen Katze oder dem eigenen Hund andererseits ist immer noch groß. Insbesondere Katzen und Hunde werden oft nicht artgerecht gehalten. Dort wo Katzen artgerecht gehalten werden, also im Freien wird ihre Vermehrung meistens nicht kontrolliert. Ich weiß aus eigener Anschauung, dass eine artgerecht gehaltene Katze sich in ihren Jagdgewohnheiten durchaus nicht auf Mäuse beschränkt, sondern auch Junghasen, Eichhörnchen, Fasanhennen samt ihrem Nachwuchs, Ringelnattern und Vögel fängt, ohne sich davon ernähren zu müssen, wie der Fuchs. Die alleinige Verantwortung dafür trägt nach meiner Auffassung der Tierhalter, welcher die Katze ja nicht um ihrer selbst Willen hält, sondern für das eigene Seelenheil und die eigene Unterhaltung. Junge Katzen zu ersäufen oder zu erschlagen, statt sie zu sterilisieren, empfinde ich es als einen Akt der Barbarei. Ebenso ist es eine undankbare, aber ökologisch unerlässliche Aufgabe für die Jäger, die überzähligen, meist verwahrlosten Katzen zum Schutze der freien Fauna abzuschießen. Insbesondere das städtische Leben, als auch der wahrlose Umgang mancher Medien mit emotionalen Effekten bringt eine starke Entfremdung von der Natur und das Fehlen eines ökologischen Weltbildes in der Gesellschaft mit sich. Vakuumverpacktes Fleisch oder Würstchen stellen keine Assoziation mehr zu einem Tier her, ebenso wie Leder, zwar auch die Haut von einem Tier ist, aber keiner daran denkt. Anders ist es bei Pelzen. Das Material ist praktisch unverfälscht, so wie es gewachsen ist verarbeitet. Kein Wunder, dass der auf emotionalen Populismus ausgerichtete Teil der Tierschutzszene die Pelzbranche zum Sündenbock der letzten Jahrzehnte auserkoren hat, als einen relativ kleinen, verglichen mit anderen Tiere nutzenden Branchen, eher unbedeutenden Wirtschaftszweig. Durch das Fehlen einer starken Lobby in einem stark lobbyistisch dominierten Land wie Deutschland, eignete sich die Pelzbranche ideal als Prellbock für die Imagepflege von Prominenten und Politikern. Wie es teilweise um die sogenannte Tierrechtlerszene in Deutschland bestellt ist, möchte ich im Folgenden anreißen, wodurch ich sie auf keinen Fall abhalten möchte, sinnvolle und seriöse Tierschutzprojekte und - maßnahmen zu unterstützen. 1. Kammer des Landgerichts München: Wolfgang Ulrich, Veruntreuung von Spendengeldern DTHW (Deutsches Tierhilfswerk) . Dies war der größte Veruntreuungsskandal einer karikativen Einrichtung der deutschen Nachkriegsgeschichte. 2. Die PeTa als weltweit größte Tierrechtlerorganisation, welche von vielen Prominenten unterstützt wird, viel auf durch den Grillhähnchen - KZ Häftlinge Vergleich, einer zynischen, nicht zu überbietenden Pietätlosigkeit. Bildervergleiche: a) links: ausgemergelter KZ-Häftling - rechts: eine abgemagerte Kuh b) links: ermordete Menschen - rechts: tote Schweine Die latente Gewaltbereitschaft und die äußerst radikalen, menschenfeindlichen Ansichten dieser Organisation lassen deren Glaubwürdigkeit bereits an der Frage nach ihrer Demokratiefähigkeit scheitern. Sie kennen die PeTa vielleicht durch einige Zeitungsberichte über Nackedeis bei sommerlichen Temperaturen in Fußgängerzonen ("lieber nackt. als einen Pelz")

Zur Pelzbranche

Etwa 90 % aller anfallenden Tierhäute werden zu Leder verarbeitet: also zu Lederbekleidung, Ledermöbeln, Portmonais, der Bespannung sämtlicher Schlaginstrumente, Motorradkleidung, Ledertaschen, Lederschuhen etc. Etwa 10 % werden als Pelz verarbeitet. 50 - 60 % der als Pelz verarbeiteten Felle stammen aus Pelzzuchten, schließt man die großen Persianerherden in SWAfrika, Kasachstan, Afghanistan etc mit ein, also die natürlichste, extensivste Tierhaltung der Welt. Es gibt in diesen Steppen kaum Zäune und auf ein Schaf kommen etwa 12 ha Land. Vor allem gibt es in diesen lebensfeindlichen Steppen für die Menschen keine anderen Erwerbsmöglichkeiten. Bezüglich des verbleibenden Anteils an Wildfellen sollte man bedenken, dass gerade die letzten Naturvölker der Erde auf einen gewissen Erwerb aus dem Verkauf von Fellen angewiesen sind, um ihr bescheidenes Leben im Einklang mit der Natur leben zu können. Dies gilt insbesondere für die Eskimos und die Trapper Nordamerikas (zu über 50% indianischer Abstammung) Der Unterschied zwischen den Naturvölkern und der technisch zivilisierten Welt besteht aus ökologischer Sicht darin, dass sie sich der Natur unterordnen bzw. sich diese durch ein überkommenes Wissen zunutze machen und sich als einen Teil von ihr betrachten und nicht als etwas, das neben der Natur existiert. Sie leben von dem, was die Natur hervorbringt, ohne die Natur zu verändern, so, wie es unsere Urahnen auch taten, als sie noch Jäger und Sammler waren. In der leider weitgehend zerstörten Kultur der Indianer waren Ökonomie und Ökologie das Gleiche. In der zivilisierten Welt fallen diese Begriffe weit aus einander. Die Welt aus ökologischer Sicht besser zu machen, heißt, diese beiden Aspekte unseres Handelns einander wieder näher zu bringen und eine größere Harmonie zwischen Menschenwelt und der übrigen Natur herzustellen. Wir können nicht mehr zum Jäger und Sammler Dasein zurückkehren, aber wir können jede Art von Erwerb, also menschlicher Existenzbegründung auf den Prüfstand nehmen hinsichtlich ihrer ökologischen Verträglichkeit. Zurück zu den Trappern: Wer in Nordamerika eine Fanglizenz erwerben will, muss das strenge Trapper Education Program mit anschließender Prüfung durchlaufen. Jeder Trapper bekommt ein sehr großes Gebiet mit jeweils zwei Trails (d.h. Fangstrecken) zugewiesen und ist nach den kanadischen Gesetzen verpflichtet die Fallenjagd auch auszuüben. Bei zwei Verstößen gegen die sehr strengen Fangvorschriften, verliert der Trapper seine Lizenz. Die Einhaltung der Vorschriften wird von dem mit polizeilichen Befugnissen ausgestatteten kanadischen Fish and Wildlife Department streng kontrolliert. Schon seit längerer Zeit dürfen auch in Deutschland nur unversehrt oder sofort tötende, vom TÜV überprüfte Fallen benutzt werden, bei entsprechender Ausbildung der Jäger. Greenpeace stellte bereits 1985 seine Kampagne gegen die Robbenjagd ein, aus Rücksicht auf die Eskimos und die Indianer Nordamerikas. Zitat Bryn Jones (Greenpeace-Delegierter): " Wir haben mehr und mehr erkannt, dass unsere hier geführte Kampagne die Lebensweise der Menschen in entlegenen Teilen der Welt bedroht, von der wir bisher wenig verstehen. ..... " Heute dürfen bestimmte Robben wieder gehandelt werden. Die Robbe spielt derzeit im deutschen Pelzhandel keine Rolle und wird vorwiegend bejagd, um die Fischbestände und die Fischereiwirtschaft zu schonen als auch um Seuchen, wie die, vor einigen Jahren an der deutschen Nordseeküste zu vermeiden. Ökologie ist auch die Lehre von den Zusammenhängen und Kreisläufen in der Natur. Man kann die Einzelheiten nur im Kontext dieser Zusammenhänge richtig betrachten. Aus ökologischer Sich sollte man grundsätzlich jedem auf natürliche Weise regenerierbaren und reproduzierbaren Produkt, also Naturprodukten den Vorzug geben, zumal diese nach Ablauf ihrer Nutzungsmöglichkeit wieder in den Naturkreislauf zugeführt werden können. Ich unterhielt mich einmal mit einem Vegetarier, der meinte, er sei ein ökologisch unbedenklicher Mensch, nur weil er auf Fleisch und Tierhautprodukte verzichte. Ich entgegnete, dass er eher dann ein ökologisch unbedenklicher Mensch sei, wenn er auf synthetische Jacken und Schuhe, vor allem auf Gorotex und auf sein Auto verzichte und sich im Winter warm anzieht (z.B. mit einem Pelz), statt Öl zu verheizen. Synthetische Bekleidung, vor allem Gorotex verrottet praktisch nicht und die Herstellung belastet die Umwelt. Die dabei anfallende Dünnsäure wird häufig illegal auf hoher See verklappt. Außerdem finde ich eher Argumente, die das Gegenteil beweisen.: Vegetarier aus vermeintlich ökologischen und nicht ernährungsbedingten Gründen sollten nämlich bedenken, dass Wiesen und Weiden den gesündesten, in Flora und Fauna artenreichsten Teil unserer Landschaft ausmachen. Sollen diese Flächen nun auch in Ackerland verwandelt werden, weil es kein Vieh mehr gibt ? Milch kann der Bauer auch nicht mehr anbieten, wenn er statt auch das Fleisch und die Haut der Kuh zu verkaufen, den Kadaver des Tieres vom Abdecker entsorgen lassen müsste. Jedenfalls würde ein Liter Milch dann vielleicht 5 Euro kosten. Joghurt und Käse wären nur noch etwas für Reiche. Ebenso kann niemand Schafe nur wegen ihrer Wolle halten. Sollen wir auf all diese Naturprodukte verzichten ? Und wie wollen eigentlich Vegetarier ihre Nahrung vor den Tieren und Insekten schützen, außer durch Jagd, Insektizide und Zäune?

Zum Artenschutz:

Nach Angaben der Umweltbehörde International Union of Nature and Natural Resources sind derzeit viele tausend Arten von Wirbeltieren (also einschl. Fische) weltweit bedroht. Schließt man die wirbellosen Spezies mit ein, so erhöht sich die Zahl auf über eine halbe Million. Unter den bedrohten Arten befindet sich kaum von der Pelzbranche genutzte Art, was nicht heißen soll, dass es keine von der Jagd bedrohten Pelztierarten gibt, wie zum Beispiel den sibirischen Tiger, den bengalischen Tiger und den Schneeleopard. Dies hat mit der Pelzbranche gar nichts zu tun, sondern mit einer in meinen Augen dekadenten und abwegigen Abart von Jagdtourismus und großen Naturzerstörungen im Zuge des Pipelinebaues. Die letzten beiden ausgestorbenen Pelztierarten, der Falklandwolf und das amerikanische Seewiesel sind bereits vor ca 160 Jahren ausgestorben. 1973 trafen sich die Vertreter aus über 80 Ländern und beschlossen das Washingtoner Artenschutzabkommen. Alle in Liste I des Abkommens aufgeführten Tier- und Pflanzenarten dürfen von den Mitgliedsstaaten nicht im- oder exportiert werden. Überwacht wird das Abkommen von den jeweiligen Zollbehörden. Liste II des WA beinhaltet die Arten, welche als bedingt gefährdet gelten und nur kontingentiert mit einer Zollgenehmigung ex- und importiert werden dürfen, so z.B. der kanadische Luchs in Kanada. Inzwischen weiß man, dass die Population der Luchskatzen in nicht unwesentlichem Maß von der Population der Schneehasen abhängt. WA Liste I und II werden ständig überarbeitet und aktualisiert. Damals ging es die Pelzbranche betreffend vor allem um den Schutz der gefleckten Katzenarten, d.h. im Wesentlichen Leopard und Gepard in Afrika und Jaguar und Ozelot in Süd- und Mittelamerika. Insofern manche dieser Arten in einigen Gebieten noch gefährdet sind, so aufgrund der drohenden Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume durch Brandrodung und die vordringende menschliche Zivilisation und nicht durch den natürlichsten, ökologisch unbedenklichsten Erwerb des Menschen, den es noch gibt: nämlich die Jagd. Hierbei ist natürlich zu bedenken, das größere Tierarten, wie Tiger, Nashorn oder Leopard durchaus durch die Bejagung in ihrer Art bedroht sein können. Grundsätzlich wird durch die Jagd in der Natur nichts verändert, im Gegenteil: ihr Erhalt und Schutz ist eine Grundbedingung der Jagd. Die Ozelots in den Urwäldern Süd- und Mittelamerikas waren niemals gefährdet durch die normale Jagd der Indios auf diese Arten. Teilweise jagen sie die Ozelots noch heute, da es zu ihrer jahrtausende alten Tradition gehört. Die Grundvoraussetzung für den Arterhalt der Ozelots ist der Erhalt der tropischen Regenwälder und der wiederum hängt ab von der ökologischen Verträglichkeit der Erwerbstätigkeiten der Menschen, die in diesen Regionen leben. Hier stehen bescheidenes Naturhandwerk, urwaldfreundliche Formen der Agrarwirtschaft und nicht zuletzt die Jäger- und Sammlertätigkeit einerseits und die Bulldozer für den Straßenbau und die Industrie andererseits einander gegenüber. Das Dilemma der großen Natur- und Waldbestände insbesondere der südlichen Hemnisphäre besteht in der vorherrschenden Armut des Volkes und der unheilvollen Verquickung von Industrie und Politik, dem eiskalten Merkantilismus, welcher in diesen Regionen immer noch regiert. Ohne die Unterstützung und den Einfluss der westlichen Welt, wird der Jaguar und der Ozelots aussterben. Da erscheint es eher kontraproduktiv, dass man den Indios einen kontrollierten Handel mit den von Ihnen erbeuteten Fellen nicht zugesteht und es besteht kein nachhaltiger Nutzen darin, dass schon seit 30 Jahren aufgrund des WA keine Felle von diesen Tieren mehr importiert werden. Es gibt nicht wenige Ökologen, die den Erhalt der tropischen Regenwälder auch als eine Grundbedingung für das Überleben des Homo sapiens, des Menschen ansehen.

Wer weiß: Vielleicht gehört ja auch der Mensch auf Liste I oder II des WA.