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"Reinicke Fuchs", die beliebte Fabel von Goethe erzählt uns viel über die außergewöhnlichen Eigenschaften des Fuchses. Kaum ein Tier hat die Menschen in der Literatur und auch in der Musik so sehr inspiriert wie der Fuchs. Selbst in Witzen spielt er eine große Rolle.
Schon in der Schule lernen wir, dass der "fabelhafte" Fuchs als Gesundheitspolizei in die Natur gehört.
Dass es den Fuchs noch gibt, ist wohl dem Umstand zu verdanken, dass viele Jäger ihn praktisch gar nicht bejagen, denn in manchen Revieren wird ihm in stärkerem Maße nachgestellt. Ratten, die normalerweise nur im Schutze menschenbewohnter Grundstücke anzutreffen sind, trifft man in solchen Gebieten dem entsprechend auch mitten in der Natur wieder häufiger an, da ihr Hauptregulator fehlt.
Mag ja sein, dass auch einmal der eine oder andere oft künstlich in der Natur ausgesetzte Fasan oder ein schlecht behütetes Huhn auf dem Speiseplan des Fuchses steht, aber es steht den Jägern nicht zu, die Frage der Nützlichkeit angestammter frei lebender Tiere statt im ökologischen Zusammenhang ausschließlich im Bezug auf ihre eigenen jagdlichen Interessen zu beantworten.
Im Sommer auf einen Fuchs zu schießen, sofern er keine Räude oder Tollwut hat, halte ich für falsch und frevelhaft, zumal der schöne Balg im Sommer unbrauchbar ist.Einer der für die Glaubwürdigkeit der Jagdausübung wesentlichsten Grundsätze ist der Verwertungsgrundsatz.
Lösen kleine Abweichungen von den Vorgaben der ausschließlich am Gehörn und Zahn (nicht am Wildbret ) orientierten Auswahl erlegter Rehböcke schon ernsthafte, teils hahnebüchende Diskussionen aus, scheint es beim Fuchs immer noch keine Regeln und keine wirkliche Achtung vor der Kreatur zu geben.
Der Mensch ist durchaus auch der natürliche Feind und Regulator des Fuchses. Wer etwas anderes behauptet, müsste erst einmal erklären, was der Mensch stattdessen sein soll innerhalb der Natur. Es gibt einige unbestreitbare Gründe, welche die Jagd auf den Fuchs als sinnvoll erscheinen lassen, aber es gibt keinen Grund dem schlauen und schönen Fuchs mit weniger ethischen und fairen Grundsätzen zu bejagen als das übrige Wild und ihm keine Schonzeit zu gewähren.
Wenn ein Tier zu keiner Jahreszeit und nicht einmal in seinem Bau vor seinem menschlichen Verfolger sicher ist, trägt der dadurch ausgelöste Dauerstress und der Kontakt zu Hunden sicherlich eher zur Verbreitung statt zur Bekämpfung von Räude und Fuchsbandwurm bei und löst ebenso einen erhöhten Vermehrungsdruck aus. Das Wort Jagd möchte ich nicht dafür missbrauchen, wenn jemand im Sommer einen Fuchs oder einen Fuchswelpen abschießt, zumal niemand in der sommerlichen Vegetation erkennen kann, ob es ein Rüde oder eine Fähe ist. Außerdem trägt auch der Rüder zur Ernährung des Gehecks Futter zu. Auch die nicht gerade faire Baujagd kann man wohl nicht als etwas anderes bezeichnen, denn als einen schießsportlichen Spaß mit lebendigen Zielen.
Mich macht so etwas "fuchsteufelswild" und ich frage: Wann gibt es endlich eine Schonzeit für den Fuchs ?
Im Dezember und Januar hat die Jagd auf den Fuchs etwas mit dem zu tun, was doch gerade die deutsche Jagdtradition allgemein wohl vor anderen auszeichnet, nämlich mit Jagdkultur.

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